Remscheid: Spannende Entdeckungen mitten in Lüttringhausen

Remscheid: Spannende Entdeckungen mitten in Lüttringhausen

Eine geführte Stadtteilwanderung anstelle des Jahresempfangs: Damit hatte der Lüttringhauser Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser (SPD) offensichtlich einen ausgezeichneten Ersatz für das Treffen der Politiker und Bürger gefunden, das 2013 aber wieder stattfinden soll.

Über 36 Bezirksvertreter und Bürger nahmen am Samstag an der Wanderung durch den Ortskern Lüttringhausens teil und lernten dabei überraschende neue Seiten ihres "Dorfs" kennen. So, wie sie von den Stadtführern Barbara Hampe und Klaus R. Schmidt ausgewählt waren.

Selbst altgediente Bezirksvertreter wunderten sich beim Spaziergang abseits der üblichen Wege: "Hier war ich ja noch nie!" Zu den gut gehüteten Geheimnissen Lüttringhausens zählt der winzige jüdische Friedhof nahe am Ortskern. Er sei "der einzige seiner Art in Remscheid", sagt Schmidt. An gut gepflegten Häuserzeilen führte der Weg vorbei, an malerischen kleinen Fachwerkhäusern, die wohlgefällig begutachtet wurden. Und an Villen alter Lüttringhauser Familien, über deren verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse Schmidt referierte und so ein lebendiges Bild des alten Lüttringhausen entwickelte.

Bei manchem Teilnehmer wurden Erinnerungen wach an die ehemalige Ziegelei am Neuenhof, an Bäckereien und Metzgereien, die früher das Ortsbild belebten. An die "Tillmann'schen Häuser", in denen man manches rauschende Fest gefeiert hatte. Ein seltsamer Gegensatz zu den heutigen Leerständen, die nicht nur den Politikern ein Dorn im Auge sind.

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Beinahe einhellig war die Beurteilung der Eingemeindung Lüttringhausens im Jahre 1929, an die der Stadtführer bei der Betrachtung der "alten Rentei" unweit der evangelischen Stadtkirche erinnerte. Freunde der damaligen Gebietsreform sind die Lüttringhauser offenbar auch heute nicht. Die Frage, wie denn die Mehrheit gegen Lüttringhausen im preußischen Parlament zustande kam, wurde auch am Samstag nicht geklärt.

Dagegen war die Frage schnell beantwortet, wie das "Limburger Eck" gleich neben der Stadtkirche zu seinem anrüchigen Namen kam. Daran sei der Gestank der dort produzierenden Gerberei schuld gewesen, wusste Klaus Schmidt.

(gp)