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So macht man es Einbrechern schwer

Kriminalität in Remscheid : So macht man es Einbrechern schwer

Alle vier Minuten wird in Deutschland in eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus eingebrochen. Worauf man achten sollte, erklärt die Polizeibehörde. Täter gehen meist mit einem ganz gezielten Blick durch die Gegend.

Ist das Einbruchs-Risiko in der Urlaubszeit besonders groß? Kommen Einbrecher meist in der Nacht? Ist versteckter Schmuck im Schlafzimmer besser aufgehoben als im Keller? „Zu Wohnungseinbrüchen gibt es viele Irrtümer“, sagt Anja Meis, Sprecherin der auch für Remscheid zuständigen Kreispolizeibehörde Wuppertal. Sie klärt auf.

Woran erkennen Einbrecher, dass niemand zu Hause ist? Es gelte jetzt für die Urlaubszeit: „Übervolle Briefkästen, tagelang heruntergelassene Rollläden, zugezogene Vorhänge oder verwaiste Carports vor Einfamilienhäusern signalisieren Einbrechern: Da ist niemand zu Hause“, warnt Meis. Deswegen sei solide Sicherungstechnik an Türen und Fenstern wichtig. „Wenn Einbrecher nach zwei bis drei Minuten nicht in einer Wohnung sind, suchen sie sich meist ein anderes Ziel“, sagt Meis. Und besonders wichtig sei, dass man Wohnung oder Haus bewohnt aussehen lassen sollte.

„Wir raten darum dazu, Nachbarn, Freunde oder Verwandte über den Urlaub zu informieren, damit diese die Wohnung betreuen, die Rollläden herunterlassen, den Briefkasten leeren oder gelegentlich den Fernseher oder das Radio einschalten.“ Auch der Einsatz von Zeitschaltuhren für Rollläden, Beleuchtung, TV oder Radio könne sinnvoll sein.

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Ist die Urlaubszeit eigentlich Haupteinbruchszeit? Nein. Das Gegenteil ist der Fall. „Jetzt in der Hauptreisezeit geschehen statistisch gesehen sogar die wenigsten Wohnungseinbrüche im Jahr“, sagt Anja Meis. Das zeige nicht nur eine Kölner Langzeitstudie, sondern sei auch aus den Remscheider Statistiken abzulesen. Vor allem im Dezember und im Januar häuften sich Wohnungseinbrüche. In der „dunklen Jahreszeit“ zwischen November und März seien Einbrecher besonders aktiv. Meis: „Dunkle Häuser und Wohnungen laden Einbrecher ein, weil Täter bereits früh am Tag im Schutz der Dunkelheit agieren können.“

Wie hoch ist das Risiko, dass es einen selbst trifft? Alle vier Minuten wird in Deutschland in eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus eingebrochen. Mehr als 62.000 wurden bundesweit im vergangenem Jahr registriert. In Remscheid waren es 109 versuchte und vollendete Wohnungseinbrüche. Das sind immerhin 114 Delikte dieser Art (-51,1 Prozent) weniger als im Jahr zuvor und bedeutet den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre.

Von den 109 Fällen wurden übrigens 50 Delikte (45,9 Prozent) zur Tageszeit (zwischen 6 bis 21 Uhr) verübt. Eingeschlossen in die Gesamtzahl sind auch versuchte Wohnungseinbruchdiebstähle, die
48,6 Prozent aller Fälle ausmachten. Die Aufklärungsquote konnte dabei um knapp 1,8 Prozent gesteigert werden.

Agieren Einbrecher meist in der Nacht? Auch das stimmt nicht, rund die Hälfte der Wohnungseinbrüche geschehen zwischen 8 und 22 Uhr. Bei Einfamilienhäusern steigen Täter besonders häufig zwischen
14 und 22 Uhr ein, in Mehrfamilienhäuser zwischen 12 und 20 Uhr, eben dann, wenn Bewohner meist nicht anwesend sind. Freitag und Samstag sind die Wochentage, an denen die meisten Wohnungseinbrüche begangen werden. „Einbrecher sind aber an allen Tagen der Woche aktiv“, sagt Anja Meis.

Spionieren Einbrecher oft ihre Tatort-Ziele vorher aus? Dass Täter Objekte Tage ausspionieren, komme vor, sei aber nicht zwingend so. „Täter gehen meist mit ganz gezieltem Blick durch die Gegend, nehmen Schwachstellen wahr und nutzen die sofort aus“, sagt Meis. Schon ein auf Kipp stehengelassenes Fenster erhöhe das Risiko. Wohnungseinbrecher seien in der Regel auf schnelle Beute wie Geld oder Schmuck aus. Je leichter der Zugang, je verlockender die Gelegenheit, umso eher schlagen Täter zu.