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Sky du Mont in Remscheid: Neues Format, spannender Gast

Kultur in Remscheid : Neues Format, spannender Gast

Bei „Kall nit – stell dich“ im Teo Otto Theater erzählte der bekannte Schauspieler Sky du Mont Anekdoten aus seinem interessanten Leben.

Nur ein einziger Gast. Aber einer, der ein spannendes Leben geführt und viel von der Welt gesehen hat. Höchst wahrscheinlich prominent ist, sonst würden wir ihn ja nicht kennen. Nach diesen Kriterien will sich Horst Kläuser in Zukunft seine Gesprächspartner aussuchen. Der Schauspieler, Synchronsprecher, Autor und Vorleser Sky du Mont war da eine gute Wahl, wusste viel zu erzählen und schien sich auf der Remscheider Bühne sehr wohl zu fühlen.

Hieß es beim Talkmaster bisher „Kall nit – talk“, steht das neue Format jetzt unter der Überschrift „Kall nit – stell dich“. Und Kläuser schien sich bei der Premiere am Freitagabend im voll besetzten Teo Otto Theater nicht nur selbst einen Herzenswunsch erfüllt zu haben. Denn mit seiner Idee, mal etwas Neues zu wagen, hatte er auch bei seinem Publikum ins Schwarze getroffen. „Obwohl ein sehnsüchtiges grünes Sofa hier nur im Hintergrund stehen darf und wir am Tisch sitzen müssen“, wie Kläuser es ausdrückte.

„Es ist so schön, dass Sie alle heute Abend da sind. Vermutlich können Sie sich gar nicht vorstellen, wie sehr einem Schauspieler das Publikum fehlt“, schilderte du Mont den Gästen die Situation der Freiberufler in Corona-Zeiten. Eigentlich sollte er gerade als Erzähler bei den Filmmusik-Konzerten von „Herr der Ringe“ unterwegs sein. Aber das gehe ja im Moment einfach nicht.

„Einige Sachen habe ich zwar auf den Open-Air-Bühnen gemacht. Aber meistens fing es in der Pause an zu regnen“, bedauerte er. Auf Kläusers Frage, ob er so eine Situation in seinem Künstlerleben schon mal erlebt habe, antwortete du Mont lachend: „Nein, so alt bin selbst ich noch nicht.“

1947 wurde er in Buenos Aires geboren und entstammt der Verlegerfamilie DuMont. „Als meine Mutter, sie war Engländerin, mit mir aus dem Krankenhaus kam und mich meinem vier Jahre älteren Bruder mit den Worten ,This is Kay‘ vorstellte, da war ich Sky. Und dabei blieb es“, erklärte du Mont, wie sein Künstlername zustande kam. Sein Onkel, der Verleger Alfred Neven DuMont, sei für ihn wie ein Vater gewesen: „Er hat mich immer zu stundenlangen Spaziergängen motiviert, um mir dann zu sagen, was ich alles nicht tun soll“, erinnerte er sich.

Gleich zu Beginn seiner Karriere hatte er einen Bösewicht gespielt. Und sei dann die nächsten 15 Jahre darauf fixiert gewesen. „Obwohl, bei Derrick fing ich als Leiche an. Dann wurde ich Mörder, dann Auftraggeber. Habe mich also richtig hochgearbeitet“, erzählte du Mont. Das Publikum amüsierte sich. Aber nicht jeder könne alles spielen, davon sei er überzeugt. Das Publikum ließe sich nicht betrügen.

Von Journalisten nach seiner Scheidung befragt, habe er erklärt, die sei teuer gewesen. „Prompt stand am nächsten Tag in der Zeitung, Sky du Mont völlig verarmt. Und dann hat auch noch RTL angerufen und mir das Dschungelcamp angeboten. Das fand ich wiederum witzig“, sagte du Mont und machte deutlich, dass seine Ehefrau ihn vor vier Jahren verlassen habe, sie aber 18 Jahre lang eine glückliche Ehe geführt hätten. „Wir haben zwei wundervolle Kinder, sind Freunde geworden. Ich verstehe, dass sie nicht nur ,die Frau von‘ sein wollte. Das war nicht einfach für mich. Ich habe 20 Kilo abgenommen“, gab du Mont zu.

Gefragt, was ihm im Moment am meisten Sorgen bereitet, sagte der Schauspieler: „Rassismus und Trump. Der hat null Anstand, bedient nur noch sein Publikum, ist ein Betrüger – unfassbar“, hielt er mit seiner Meinung nicht zurück. Zum Thema Rassismus habe er eine Anzeige geschaltet, dass er lieber einen Syrer als Nachbarn hätte, als einen Rassisten. „Sie glauben nicht, wie viele Hass-Mails ich bekommen habe“, sagte du Mont. „Doch, glaube ich“, bekräftigte Kläuser und betonte: „Ich freue mich, mit einem Menschen zu sprechen, der nicht nur eine Fielmann-Brille durch die Welt trägt.“ Und löste Gelächter beim Publikum aus.

Den Zuschauern gefiel der Auftritt. „Erst habe ich mich gefragt, was ich eigentlich heute Abend im Theater soll, weil ich den Schauspieler doch gar nicht kenne“, sagte Herrmann Schmitz, der schon an vielen „Kall nit – talk“-Abenden zu Gast war. „Aber das war heute ein richtig schöner Abend“, befand er.