1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Sicherheitsdienst soll für Ordnung sorgen

Parkhaus am Hauptbahnhof : Sicherheitsdienst soll für Ordnung sorgen

Das P+R-Parkhaus am Hauptbahnhof wird missbraucht – als öffentliche Toilette, Partyfläche und Müllkippe. Es stinkt in allen Ecken und in allen Winkeln. Mittlerweile ist ein Sicherheitsunternehmen im Einsatz.

Seit Anfang Juli ist ein Remscheider Sicherheitsunternehmen im Parkhaus am Hauptbahnhof im Einsatz. Tagsüber und vor allem in der Nacht sollen die Mitarbeiter dafür sorgen, dass ungebetener Besuch die Anlage verlässt. „Allein vom
2. bis 11. Juli wurden 200 Platzverweise ausgesprochen. Insgesamt waren es im vergangenen Monat 400. Wir haben dem Unternehmen Hausrecht erteilt“, berichtet Stadtdirektor Sven Wiertz.

Immer wieder sorgten in der Vergangenheit Zeitgenossen für chaotische Zustände im P+R-Gebäude, in dem Pendler ihre Fahrzeuge abstellen können, um mit dem Zug weiterzufahren. Der öffentlich zugängliche Parkraum wird missbraucht – als öffentliche Toilette, Partyfläche und Müllkippe. Es stinkt in allen Ecken und in allen Winkeln, die Wände sind mit Schmierereien übersät. Auch der Fahrstuhl wird immer wieder heimgesucht – und ist defekt.

Die Remscheider Ortspolitiker fordern seit Jahren ein Sicherheitskonzept für die Anlage. Spätestens zur Eröffnung des Kinos müsse sie einen gepflegten Eindruck hinterlassen. Denn die Besucher des Filmpalastes in der Nachbarschaft sollen nicht nach dem ersten Besuch die Nase voll von Remscheid haben.

  • Der türkische Journalist Can Dündar beim
    Mehr Digitales aus dem Remscheider Theater : Eine „Revolution“ mit Nachwirkungen
  • Beim Kuk-ma-Projekt, das im vergangenen Jahr
    Kulturdialog : Die Szene in Remscheid ist lebendig
  • Corona in Remscheid : Corona: Drei Tote und steigender Inzidenzwert

Ihm sei Anfang Juli endgültig der Kragen geplatzt, beschreibt Stadtdirektor Wiertz seine Gefühlslage mit Blick auf die P+R-Anlage. „In einem ersten Schritt hatten wir bei den Renovierungsarbeiten die Beleuchtungselemente ersetzen lassen, die zerstört waren. Sie weisen auf die Notausgänge hin“, berichtet er. Einen Tag später wurden ihm Fotos von neuerlichem Vandalismus vorgelegt. „Die Beleuchtungselemente waren wieder zerschlagen worden. Es ist nicht zu fassen, wie hier mit Gemeinschaftseigentum umgegangen wird.“

Seit diesem Vorfall sind die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes unterwegs, um Fehlverhalten zu unterbinden. Wer sich in der Anlage aufhält, ohne dort ein geparktes Auto aufzusuchen oder abzustellen, wird des Feldes verwiesen. „Da wurden unterschiedliche Vergnügungen beendet“, sagt Wiertz.

Baudezernent Peter Heinze feilt derweil an Planungen, wie das Problem auch ohne die Dienste der Parkhauswächter behoben werden kann. „Unter anderem prüfen wir, inwiefern wir nachts, also nach Ende des Zugverkehrs, die Zugänge abschließen können.“ Dazu müsste aber der Verkehrsverbund VRR seine Zustimmung erteilen.

Eine weitere Überlegung ist ebenfalls noch nicht vom Tisch. Ein Remscheider Reinigungsunternehmen könnte täglich für Sauberkeit sorgen, um so den Pflegezustand auf Dauer zu verbessern. Darüber werde es nach den Sommerferien weitere Gespräche im Verwaltungsvorstand der Stadtverwaltung geben, fügt Peter Heinze hinzu. Stadtdirektor Sven Wiertz kündigt derweil einen Fahrplan an, in welchen Schritten das Parkhaus renoviert wird. Dieser solle auch einen Anstrich der Treppenhäuser umfassen. Der Sicherheitsdienst soll dafür sorgen, dass nach den Malerarbeiten nicht schon wieder Schmierfinken zuschlagen – und alles umsonst war.

Für die Polizei ist die P+R-Anlage kein Kriminalitätsschwerpunkt. „Dass es Vandalismus in dieser Form gibt, ist uns nicht bekannt“, sagt Polizeisprecher Stefan Weiand. Nur vereinzelt habe es seit Anfang des Jahres Straftaten im Parkhaus gegeben, die angezeigt wurden und somit aktenkundig sind. Darunter: Körperverletzungen, Pkw-Einbrüche und Sachbeschädigungen.

Zudem mussten die Beamten Streitigkeiten von Nutzern der Anlage unterbinden. „Erst kürzlich wurde in dem Gebäude ein Grillfest beendet“, sagt Polizeisprecher Stefan Weiand: „Dazu trug ein klärendes Gespräch bei.“