Senioren : OB: Seniorenbüro soll weitermachen

Seit einem Jahr gibt es die Anlaufstelle für ältere Menschen am Markt. Der Zuspruch ist so gut, dass eine Fortsetzung des aktuell nur bis 2020 befristeten Projektes auf der Hand liegt, sagt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. 

Das Seniorenbüro am Markt, das Ende August 2017 in den leer stehenden Räumen des Fachgeschäftes Radio Kappen seine Arbeit aufnahm, ist ein großer Erfolg. 2000 Besucher zählte die Anlaufstelle in den vergangenen zwölf Monaten.

Der Seniorenbeirat hatte sich für die Einrichtung stark gemacht. Es sei „ein Sprung ins kalte Wasser“ gewesen, sagte dessen Vorsitzende Elke Rühl (CDU) am Freitag vor der Presse. Man sei von dem Konzept, das es in zwei anderen Städten schon gab, zwar überzeugt gewesen. Die sehr gute Resonanz habe dann aber alle doch positiv überrascht.

Die Themen, mit denen die Menschen ins Büro kommen, sind vielfältig, spiegeln die ganze Bandbreite des Lebens im Alter wieder. Manche Menschen sind einsam, wollen sich einfach nur etwas von der Seele reden, andere haben konkrete Fragen zum Betreutem Wohnen, einem komplizierten Antragsformular für die Krankenkasse oder zum Ärger mit einem Telekommunikationsunternehmen.

Wo es geht, wird das Problem vor Ort gelöst, ansonsten stellt die erfahrene Verwaltungsmitarbeiterin Annette Mores den Kontakt zu den zuständigen Stellen her, vereinbart Termine.

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Dass die Stadtverwaltung Frau Mores für diese Stelle gewonnen habe, sei „ein Glücksfall“, sagte Elke Rühl. Es mache Freude, ihren Umgang mit den Menschen zu sehen.

Die Mitglieder des Seniorenbeirat sind Teil des Konzeptes. Sie besetzen an einigen Tagen das Büro, gerade sind sie Urlaubsvertretung für Frau Mores. Der Beirat schießt aus seinem Budget zudem 4000 Euro für die Finanzierung zu.

Bis 2020 sind in anderen Bereichen des Ladenlokals auch noch andere Büros untergebracht, die mit oder für die Stadt arbeiten. Nun gehe es darum, ein Finanzierungskonzept zu finden, dass das Seniorenbüro sichere, wenn diese Mieteinnahmen wegfallen.

Ralf Krüger, Beauftragter der Stadt für Senioren und Menschen mit Behinderung, hat nun vom OB den Auftrag bekommen, ein Konzept für den Weiterbetrieb des Seniorenbüros unter neuen Bedingungen zu schreiben. Seine Vision: Ein Service-Center, das alle Themen für Senioren und Menschen mit Behinderung abdeckt.

Als Erfolgsgeheimnis des Seniorenbüros sieht Krüger, dass die Menschen die Anlaufstelle nicht als Teil der Verwaltung wahrnehmen. Die Hemmschwelle, mit ihren Anliegen etwa ins Rathaus zu gehen, sei groß. „Wir haben auch mehr Zeit“, nennt Krüger einen Vorteil gegenüber den Kollegen. Seine Erfahrung: Die alten Menschen drängen nicht. Sie sind froh, dass sich jemand ihres Themas annimmt, kommen gerne noch einmal vorbei. Dass sie im Büro am Markt in den Mitgliedern des Seniorenbüros auf Menschen in ihrer Altersgruppe treffen, sei ebenfalls ein wichtiger Faktor, sagt Inge Brenning (SPD). Der Einstieg ins Gespräch falle leichter. Ralf Krüger sieht eine starke Rückkoppelung der Büroarbeit in die Politik. Die Wirklichkeit der älteren Menschen liefere dem Senioren-Beirat wichtige Anhaltspunkte für seine Arbeit.