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Schwierigkeiten bei Kulturkooperation im bergischen Städtedreieck

Bergisches Städtedreieck : Schwierigkeiten bei Kulturkooperation

Der Abschlussbericht über kulturelle Zusammenarbeit im Bergischen Städtedreieck bietet kaum konkrete Ergebnisse. In Remscheid soll nächstes Jahr die erste Kulturkonferenz stattfinden.

Die drei bergischen Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal werden ab 2020 jährlich zu einer Bergischen Kulturkonferenz einladen. Das ist das Ergebnisse des über zwei Jahre andauernden Prozesses zur Entwicklung eine Kooperative „Bergischer Kulturraum“. Die erste Kulturkonferenz findet nächstes Jahr in Remscheid statt und wird das Thema „Dritte Orte“ haben.

Der soziologische Begriff „Dritter Orte“ beschreibt öffentliche Orte für Begegnung und Austausch in Abgrenzung zum Ersten Ort, dem Zuhause, und dem Zweiten Ort, der Arbeit. Als Veranstaltungsort für die erste Konferenz kann sich Kulturdezernent Sven Wiertz die Akademie Remscheid vorstellen. Diese Kulturkonferenzen sollen als bergische Initiative wahrgenommen werden, um im Land und im Bund Gehör zu finden. Die Wunschvorstellung lautet: Am Ende dieses kulturpolitischen Dialogs sollen neue Förderprogramme stehen, von denen das Städtedreieck profitieren kann. Aktuell fördert das NRW Ministerium nur den ländlichen Raum, wenn dort kulturelle Infrastruktur im Sinne der Idee von „Dritten Orten“ aufgebaut wird. Um die Möglichkeiten von Kulturkooperationen auszuloten, haben die drei Städte den früheren Kulturdezernenten der Stadt Essen, Dr. Oliver Scheytt, und seine Firma „Kulturexpert“ vor zwei Jahren beauftragt, einen entsprechenden Prozess zu moderieren.

Dabei galt es, die Stärken, Schwächen und Risiken der Zusammenarbeit zu analysieren und eine Strategie zu entwickeln. Scheytt hat einen 25-seitigen Abschlussbericht verfasst. Sein Fazit beschreibt, wie schwierig Kooperationen zwischen den bergischen Städten sind: „Trotz der kooperativen Haltung, die sich während der Workshops weiter verfestigte, wirken Kooperationen zwischen den Institutionen nicht immer nachhaltig. Ein Grund hierfür ist die Diversität der institutionellen Schwerpunktsetzungen in den Einrichtungen.“

Wie unterschiedlich die Interessen durch die „institutionelle Schwerpunktsetzung“ konkret aussehen, formulierte der frühere Direktor des Von der Heydt-Museums, Gerhard Finckh, nach einem Treffen der Museumsleiter. Das Von der Heydt-Museum sei als kulturelles Aushängeschild der Stadt gerade dadurch erfolgreich, weil es nicht als bergisches, sondern als internationales Museum der Stadt Wuppertal wahrgenommen werde. „Es wäre falsch, wenn wir das Von der Heydt-Museum in die Gemengelage der vielen ländlichen Museen des Bergischen Landes einbeziehen würden“, sagte Finckh.

Kulturdezernentin Dagmar Becker aus Solingen gibt sich enttäuscht über das Ergebnis: „Wir haben mehr Konkretes erwartet“, sagte sie auf Anfrage. Sven Wiertz hält es für einen Gewinn, dass die Akteure zusammenfinden und die Vernetzung der Kulturschaffenden weiter fortschreitet. Dazu könnte auch eine gemeinsame Marketingplattform dienlich sein. Es sei wichtig, dass die Kulturinteressierten im Bergischen Land umfassend über das gesamte Angebot in ihrer Heimatregion informiert werden. Das Kulturmarketing könne auch mit dem regionalen Tourismusmarketing verknüpft werden, um das Bergische Städtedreieck im Wettbewerb der Kulturregionen besser zu verankern.