Schwierige Kultur-Kooperationen im Bergischen Land

Kultur im Bergischen : Kooperationen sind schwierig

Kulturausschussvorsitzender Karl-Heinz Humpert ist von Ergebnissen enttäuscht.

Die Ergebnisse der Gespräche über Kulturkooperationen im Städtedreieck bewertet Karl-Heinz-Humpert, Vorsitzender des Kulturausschusses, als enttäuschend. „Die 13.500 Euro, die die Stadt dafür gezahlt hat, hätte man sich auch sparen können“, sagte Humpert.

Die drei bergischen Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal wollten auf dem Gebiet der Kultur ihre Zusammenarbeit stärken. Um das zu erreichen, beauftragten sie den früheren Kulturdezernenten der Stadt Essen, Dr. Oliver Scheytt, und seine Firma „Kulturexpert“, einen entsprechenden Prozess zu moderieren. Dabei galt es, die Stärken, Schwächen und Risiken der Zusammenarbeit zu analysieren und eine Strategie zu entwickeln. An Ergebnissen ist die Einrichtung einer jährlich stattfindenden Bildungskonferenz herausgekommen, die Idee einer zentrale Vermarktung der Kulturangebote, die Abstimmung bei „langen Nächten“ und ein Format, das sich „Bergische Digitale“ nennt.

Das Format „lange Nächte“ gebe es in Remscheid bereits als „Nacht der Kultur“. Eine Vermarktung der Region und seiner Angebote soll es durch das Tourismusbüro des Designer Outlet-Centers geben. Der nachhaltige Zweck einer Bildungskonferenz leuchtet dem Kulturausschussvorsitzenden nicht ganz ein.

Kulturkooperationen im Bergischen seien ein schwieriges Thema. Zum einen gebe es mit den Bergischen Symphonikern eine erfolgreiche Partnerschaft, die bald seit 25 Jahren besteht. Zum anderen habe sich Remscheid Kooperationsinitiativen der Nachbarn entzogen. Humpert erinnerte an die Fusionsgedanken der drei Volkshochschulen. Kopfschütteln löst bei ihm aus, dass das Papier die Einrichtung einer Vollzeitstelle (vorher halbe Stelle) im Büro für Regionalen Kulturarbeit als Erfolg vermeldet. „Das wurde ganz unabhängig von diesem Prozess im Regionalrat beschlossen“, sagte Humpert.

Remscheid sei im Gegensatz zu Wuppertal und Solingen beim Personal deutlich schlechter aufgestellt. Die Museen hätten gar keine Kapazitäten, das Feld der Kooperationen zu bearbeiten. „Wir sind personell so ausgedünnt, dass wir uns gar nicht einbringen können“, sagte Humpert. Für den Kulturausschussvorsitzenden ist es wichtig, dass Remscheid seine kulturelle Eigenständigkeit behalte. Deshalb sei die Stelle des Theaterleiters wieder besetzt worden. Remscheid habe andere Schwerpunkte als Solingen und Wuppertal. Humperts Einschätzung deckt sich mit dem Abschlussbericht des Moderators Scheytt: „Trotz der kooperativen Haltung, die sich während der Workshops weiter verfestigte, wirken Kooperationen zwischen den Institutionen nicht immer nachhaltig. Ein Grund hierfür ist die Diversität der institutionellen Schwerpunktsetzungen.“

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