Schulsport-Gutachter stellt in Remscheid die Weichen

Stadtentwicklung Remscheid : Schulsport-Gutachter stellt die Weichen

In wenigen Wochen soll feststehen, wie viele Sporthallen im Stadtgebiet benötigt werden. Der Sportbund will mitsprechen.

In den nächsten Wochen soll sich der Nebel bei der Frage nach dem Bedarf an Sporthallen in Remscheid lichten. Beigeordneter Thomas Neuhaus hat bereits einen ersten Entwurf des Gutachters Dr. Garbe auf dem Tisch gehabt. „Es müssen noch ein paar Dinge überarbeitet werden, bevor wir die Ergebnisse im Schul- und Sportausschuss präsentieren werden“, sagt Neuhaus. Das könne aber nicht mehr sehr lange dauern.

Bei der Jahreshauptversammlung des Sportbundes hatte dessen Vorsitzender Reinhard Ulbrich noch einmal deutlich gemacht, dass in der Innenstadt eine neue Sporthalle fehle. Der Neubau der Schulsporthalle an der Albert-Einstein-Gesamtschule in der Brüderstraße reiche nicht aus, um auch die Interessen des Vereinssports zu befriedigen. „Es ist außerdem nicht geklärt, wo die Schüler des Berufskollegs am Bahnhof unterkommen werden“, ergänzt Ulbrich.

Neuhaus verweist darauf, dass es für die Stadt eine Pflichtaufgabe ist, genügend Platz für den Sportunterricht in den Schulen zu schaffen. „Wir werden als immer noch hochverschuldete Kommune von der Bezirksregierung keine Genehmigung bekommen, um für den Vereinssport eine Halle zu bauen“, sagt Neuhaus. Er betonte aber, dass der Vereinssport vom Ausbau der Hallenkapazitäten für den Schulsport profitieren werde. So wie das früher und heute der Fall sei. Es gelte die Regel: Wenn der Schulsport beendet sei, können die Vereine die Hallen nutzen.

Mit dem Gutachten von Dr. Garbe soll Klarheit geschafft werden über die benötigten Hallenkapazitäten für den Schulsport von morgen. „Es wird jede Halle begutachtet“, sagt Neuhaus. Die Bedarfsplanung gelte für das gesamte Stadtgebiet und beschränke sich nicht auf den Innenstadtbereich. Der Bedarf werde in Halleneinheiten gemessen auf Grundlage der prognostizierten Schülerzahlen. „Das ist der beste Weg zu Objektivierung der Diskussion“, sagt Neuhaus.

Ein weiteres Gutachten ist noch im Umlauf. Es spielt in der Diskussion über die Sporthallen in Remscheid eine wichtige Rolle. Die Beraterfirma PSP Consult soll die Frage abschließend klären, ob ein Neubau der Turnhalle an der Albert-Einstein-Gesamtschule wirtschaftlicher als eine Sanierung des in die Jahre gekommenen, maroden Baus sei. Dieses Ergebnis werde in den nächsten Tagen erwartet. Sollten die Prüfer einen Neubau empfehlen, wäre der nächste Schritt ein Gespräch mit der Bezirksregierung in Düsseldorf.

Die Bezirksregierung muss die Aufnahme des nötigen Kredits für die Millioneninvestition genehmigen. Laufen diese Gespräche positiv, wäre die Ausschreibung des Auftrags der nächste Schritt.

Grundlage für die Untersuchung sind die Anforderungen des Schulsportes. Denn nur über den Nachweis, dass die Pflichtaufgabe Schulsport für die mehr als 1200 Gesamtschüler nicht mehr akzeptabel zu gewährleisten ist, sei eine Genehmigung für den Neubau beim Land erreichbar.

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