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Schulen in Remscheid: Schulsozialarbeit geht neue Wege

Beschluss im Hauptausschuss : Schulsozialarbeit geht neue Wege

Die Ampel-Mehrheit stimmte dem Konzept zu. Künftig sollen die Sozialarbeiter feste Mitglieder der Teams an den Schulen sein. Die Stadt schreibt das Programm neu aus.

Die Stadt geht neue Wege bei der Schulsozialarbeit. Nach intensiven Diskussionen im Schul- und Jugendhilfeausschuss entschied am Donnerstagabend der Hauptausschuss bei zwei Gegenstimmen (Wählergemeinschaft und Linke) abschließend, dem Konzept der Stadt zu folgen. Das sieht vor, dass künftig jene Schulen, die nach dem vom Land NRW ermittelten Schulsozialindex besonderen Bedarf für Unterstützung haben, jeweils eine halbe Sozialarbeiterstelle zugeteilt bekommen.

Diese Bemessung ermögliche es den Mitarbeitern, zum Teil der multifunktionellen Teams an den Schulen zu werden, sagte Sozialdezernent Thomas Neuhaus (Grüne). Das Aufgabenspektrum gehe über die Beratungen von Schülern und Eltern zu den Leistungen des Bundesteilhabegesetzes (BUT) hinaus. Dieses noch von der Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) eingebrachte Gesetz sieht vor, dass Kinder aus Familien, die Transferleistungen erhalten, Anrecht auf Zuschüsse etwa für die Teilnahme an einer Klassenfahrt oder der Mitgliedschaft in einem Sportverein haben.

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Der neue Ansatz von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) ist ein anderer. Schulen, an denen die vier Indikatoren Kinder- und Jugendarmut, Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Fremdsprache, Zuzug aus dem Ausland sowie Anteil von Schülern mit sonderpädagogischem Schwerpunkt besonders ausgeprägt sind, sollen Unterstützung bekommen.

 Sozialdezernent  Thomas Neuhaus. 
  Foto:  Radtke (Archiv)
Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Foto:  Radtke (Archiv) Foto: Guido Radtke

Jeder Schule ist eine Zahl von 1 bis 9 zugeteilt. Je höher der Indexwert, desto größer die Notwendigkeit. Durch diesen Ansatz werden künftig 15 und damit mehr Schulen als bisher Unterstützung bekommen. Die vier Gymnasien und vier Grundschulen fallen wegen niedriger Indexwerte raus. „Das ist klassische Sozialarbeit“, sagte Neuhaus, der die Neuausrichtung „eine Veränderung im Sinne der Kinder“ nannte.“ Es sei essentiell, dass die Mitarbeiter in der Schule arbeiten.

Die Wählergemeinschaft (W.i.R.) wollte die Strukturen belassen, wie sie aktuell sind. Es sei in den vergangenen Jahren von den in der Schulsozialarbeit aktiven Freien Trägern sehr gute Arbeit geleistet worden. Leidtragende der Neuausrichtung sei vor allem das im Jugendzentrum Gelbe Villa angesiedelte Team von Kompazz. Das bietet an der Elberfelder Straße Klassen-Trainings etwa zur ­Berufsorientierung an. Nach Einschätzung der W.i.R. lässt die Neuausrichtung durch das Land es zu, ohne erneute Ausschreibung weiterzumachen wie bisher. Die Stadt argumentiert, dass neu ausgeschrieben werden muss. 

Die Ampel-Mehrheit stimmte dem Vorschlag der Stadt zu. Beschlossen wurde mit klarer Mehrheit auch der Ergänzungsantrag von SPD, Grünen und FDP, wonach 160.000 Euro zusätzlich ins System fließen. Damit steigt das Finanzvolumen auf insgesamt 635.000 Euro. So soll die bisherige Zahl von 9,5 Stellen gesichert und der Einsatz mobiler Teams auch an jenen acht Schulen möglich sein, die laut Index keinen Sozialarbeiter bekommen würden.

Neuhaus betonte, dass sich die bisherigen Partner der Schulsozialarbeit wieder für die europaweite Ausschreibung bewerben könnten. Dass es Angebote etwa aus Portugal geben könnte, sei unwahrscheinlich. Wichtig sei, dass die Angebote eine Präsenz in der Schule vorsehen.

Dem Beschluss voraus ging ein folgenloses Zwischenspiel im ­Jugendhilfeausschuss. Mit den Stimmen der CDU erreichten die hier stimmberechtigten Freien Träger eine geheime Abstimmung. Dabei wurde sowohl der Antrag der W.i.R. als auch der der Stadt beschlossen.