Schüler sammeln für den guten Zweck

Remscheid : Schüler sammeln für den guten Zweck

Im Ernst-Moritz-Arndt- und im Leibniz-Gymnasium erhalten Bedürftige in der Adventszeit Pakete. Damit das allerdings möglich wird, ist Spendenbereitschaft gefragt. Neben Grundnahrungsmitteln sind Kerzen und Spiele gefragt.

Für so manchen Remscheider sind ein Pfund Kaffee, eine Dose Linsensuppe oder eine Tube Duschgel ein Riesenschatz - weil das alles hilft, den Alltag zu bewältigen. Dies erfahren in der Adventszeit die Mädchen und Jungen des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums (EMA), wo zum elften Mal Pakete für Bedürftige ausgegeben werden. Erstmals macht zudem das Leibniz-Gymnasium in Lüttringhausen mit. Auch hier erhalten Menschen, die finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, Päckchen.

Damit das möglich wird, ist Spendenbereitschaft gefragt: In diesen und anderen Remscheider Schulen - und auch von privater Seite - sollen möglichst viele Pakete zusammenkommen. "800 wären super", sagt Ingo Wessel, stellvertretender Geschäftsführer der Tafel-Initiative. In der Einrichtung an der Wülfingstraße in Lennep laufen die Fäden zusammen. Hier - und natürlich auch in den beiden Gymnasien - können die Remscheider Pakete abgeben, wobei sie kennzeichnen müssen, ob die Pakete für ein Kind, eine Frau oder einen Mann bestimmt sind.

Neben Grundnahrungsmitteln sind Kerzen und Spiele, Malutensilien oder Kosmetika gefragt. Wer einem kleinen Kind eine Freude bereiten möchte, kann zum Beispiel ein Kuscheltier beilegen. Zu den Kooperationspartnern zählen für das EMA das Käthe-Kollwitz Berufskolleg und mehrere Grundschulen. Das Lüttringhausener Gymnasium weiß bei dem Projekt die Grundschule Eisernstein an seiner Seite, berichtet Schulpfarrerin Anke Schäfer.

Gutscheine für das Paket erhalten die Kunden der Tafel an allen Lebensmittelausgabestellen, die im Remscheider Stadtgebiet verteilt sind. Damit können sie am 21. Dezember eine der beiden Schulen besuchen. "Hier sind die Jugendlichen gefragt. Sie müssen die Päckchen sortieren und dann den Besuchern zuordnen", erklärt EMA-Leiter Hans Heinz Schumacher. Handelt es sich um Eltern mit kleinen Kindern? Um einen älteren Mann? Um eine Jugendliche? Es komme darauf an, das passende Paket dem jeweiligen Menschen, den Familien zukommen zu lassen. Zuweilen, sagt Schumacher, sei dabei diplomatisches Geschick gefragt - etwa, wenn es darum geht, ungeduldige Kunden zu besänftigen. Für den Schulleiter ist es dabei vor allen Dingen wichtig, dass die Mädchen und Jungen über den Tellerrand schauen - und sich mit dem Thema Armut beschäftigen.

Das hat im vergangenen Jahr schon EMA-Schülerin Marie Springob getan: "Die meisten haben sich sehr über das Paket gefreut - sie haben es direkt geöffnet", blickt sie zurück. Schülersprecher Francesco Lo Pinto lobt seine Mitstreiter. "Ich finde es toll, wie viele sich engagieren." Denn: Parallel zur Ausgabe der Päckchen organisiert das EMA-Team eine Weihnachtsfeier mit einem bunten Programm für die Gäste.

EMA-Mutter Manuela Villeggiante will losgelöst davon ebenfalls unbedingt helfen. Die Verkaufsleiterin der Firma Igefa mit Sitz in Mettmann spendet der Tafel-Initative darum zahlreiche Reinigungsartikel - vom Hygienemittel bis zum Mopp ist in dem großen Paket alles dabei. Die Produkte sind dann an den regulären Ausgabetafeln erhältlich. Und ebenso für viele Kunden ein echter Schatz.

(RP)