Remscheid: Schmeichelnde Formen

Remscheid: Schmeichelnde Formen

Die gebürtige Argentinierin Viviana Meretta stellt in den Räumen der Hastener Altenhilfe aus. Zu sehen sind Skulpturen aus Sandstein und Marmor sowie Bilder in der Schwarz-Grau-Weiß-Palette.

Skulpturen aus hellem Sandstein, eine auch aus lichtdurchlässigem Alabaster, sind in den nächsten Wochen im Foyer der Hastener Altenhilfe zu sehen. Sie wirken sehr anziehend. Eine große Gelassenheit und Ruhe geht von ihnen aus. Ihre Oberflächen sind äußerst fein geglättet, ihre Wölbungen und Einbuchtungen lassen ein sanftes Spiel zwischen Masse und Leere, Licht und Schatten entstehen.

Die aus Argentinien stammende Bildhauerin Viviana Meretta schuf diese Steinformen, die nicht gestisch in den Raum ausgreifen, sondern sich zu schließen scheinen. Licht dringt über einen sich sanft verjüngenden Spalt in sie herein. Die Formen erinnern an Fragmente organischer Formen. Die vollkommene Glättung ihres Äußeren gibt ihnen jedoch eine autonome Ganzheit.

Bilder als Miniaturen

"Caminos de la forma" – Wege der Form nennt Viviana Meretta die Ausstellung, mit der eine kleine Reihe in den Räumen der Hastener Altenhilfe fortgesetzt wird. Ergänzt wird sie durch Bilder. Die Bildflächen wiederum sind geglieder in Reihen miniaturhaft kleinerer Bilder.

Diese Miniaturen, jede für sich, öffnen sich zu kleinen Fenstern für den Ausblick in eine jeweils andere Landschaft. Und doch sind sie durch Form und Malweise in der Schwarz-Grau-Weiß-Palette miteinander verbunden. Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion bilden in Kurven verjüngende Bänder Wege, dunkle Schatten ragen wie Berge auf, ovale Öffnungen in grauen Flächen wirken wie Höhlen oder Durchgänge. In der zweidimensionalen, abstrakten Darstellung meint man perspektivisch dargestellte Landschaftsformen zu sehen. Seen, Gebirge, Passkurven und Abgründe scheinen zu entstehen, wie in Erinnerungen bilden sich ihre Formen.

Meretta ist am Fuß der argentinischen Anden in Mendoza aufgewachsen. Sie studierte in Argentinien Kunst, und wurde zur Kunstpädagogin ausgebildet. Im Alter von zwölf Jahren hat sie sich für den Beruf der Bildhauerin entschieden. In Argentinien stellte sie 1989 Skulpturen und Silberschmuck aus, arbeitete als Bildhauerin in Bronze und Stein. Seit 1994 lebt sie in Köln, wo sie auch ihre Atelier-Schule aufbaute. Im weiteren Umkreis ist sie durch viele Ausstellungen bekannt geworden.

(RP)