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Remscheid: Schlichte Eleganz vor Lenneps Altstadt

Remscheid : Schlichte Eleganz vor Lenneps Altstadt

Stadtplanerin Sigrid Burkhart plädiert für eine moderne Architektur mit bergischen Materialien, die auch noch in 30 Jahren gefällt. Ein Teil des Designer-Outlet-Centers soll außerhalb der Geschäftszeiten für die Bürger zugänglich sein.

Vor den Toren Lenneps soll so gebaut werden, dass die Häuser des Designer Outlet-Centers, der Turm, die Brücke und die verschiedenen Plätze auch noch in 30 Jahren den Menschen gefallen werden. Das ist der Anspruch von Stadtplanerin Sigrid Burkhart, die gestern die Planungen für das Aussehen des DOC der Presse vorstellte. Es handelt sich um erste Pläne, die heute schon nicht mehr stimmen, weil sich ständig Details und Formen ändern. Den Baustil, auf den sich der Investor mit dem Planungsbüro, der Stadt und den Denkmalschützern bisher geeinigt hat, bezeichnet Burkhart als "schlichte Eleganz". Das DOC soll sich durch eine moderne Bauweise auszeichnen, die sich durch die Wahl des Materials auf die Region bezieht.

Die Architekten planen mit Glas und Stahl, mit dem Einsatz von Schiefer und Beton. Für Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ist es wichtig, dass bei dem zentralen Schlüsselprojekt der Stadt kein "Zuckerbäckerstil" zum Tragen kommt.

Den markanten Aussichtsturm am Rande des Platzes, der den Übergang von der Spielberggasse zur Altstadt darstellt, verteidigte Burkhart gestern. Er sei eine Antwort auf den Verlust der Sichtachse auf die Evangelische Kirche. Die Sichtachse von der Rader Straße aus wird laut bisheriger Planung durch eine Brücke zerschnitten, die vom Parkhaus ins DOC führt. An der Gestaltung dieser Brücke arbeiten die Planer intensiv. Sie soll so unauffällig wie möglich aussehen und Aussichtspunkte mit Blick auf Lennep haben. Fest steht nur, die Brücke darf nicht so aussehen wie die der City-Arkaden am Döppersberg in Wuppertal. Dort blockiert eine Art gläserner Tunnel die Sicht auf die Kirche in Elberfeld. "Wir verlieren eine uralte Blickachse auf Lennep durch das DOC. Als Stadtplaner müssen wir Antworten geben", sagt Burkhart. Der Turm musste dem Investor abgerungen werden. Er verzichtet auf Verkaufsfläche. Mit einer speziellen Pflasterung und einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h soll der Übergangsbereich zwischen DOC und Altstadt für Autofahrer laut Stadtplanerin unattraktiv werden. Um diesen Bereich weiter von Verkehr zu entlasten, soll entgegen ersten Planungen die Straße Am Stadion keine Einbahnstraße werden. Ein Teil des DOC wird auch außerhalb der Geschäftszeiten für die Bürger zugänglich sein. Sowohl von der Straße Am Stadion aus wie über den Platz an der Spielberggasse. Über diese Zugangstore erreicht der Besucher den zentralen Platz in der Mitte des DOC. Laut Burkhart arbeiten die Planer zurzeit intensiv an der Gestaltung. Noch sei nicht entschieden, ob es eher bergisch-modern dort aussehen soll, oder vielleicht zu einem romanischen Stil gewechselt werde.

(RP)