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Schachwoche im Allee-Center: Remscheid ist stark im Schach

Schachwoche im Allee-Center : Remscheid ist stark im Schach

Großmeister Sebastian Siebrecht zieht ein positives Fazit der Woche im Allee-Center.

Konzentriert blickt Anna (6) auf das Schachbrett, denkt über ihren nächsten Zug nach. Von dem Trubel, der an diesem Samstag im Allee-Center herrscht, lässt sie sich nicht ablenken. Auch nicht davon, dass ihr die Passanten über die Schulter schauen. „Ich spiele gerne Schach, weil ich da nachdenken kann“, erklärt sie.

Die Leidenschaft Schach hat sie bereits seit zwei Jahren im Griff – familienbedingt. Denn Bruder Diego (14) und Vater André Hofmann spielen ebenfalls. Zum Kinderschach-Cup am Ab-schlusstag der Schachwoche kam die Familie extra aus Düsseldorf. „Das ist eine schöne Veranstaltung und man kann es gut mit einem Bummel verbinden“, sagte André Hofmann. Der Familienausflug wurde am Ende auch zum Familienerfolg: Denn im Finale spielten die Geschwister um den Sieg, schenkten sich in der Partie nichts. „Das war schwer gegen meinen Bruder“, sagte Anna, die sich am Ende mit dem zweiten Platz zufriedengeben musste. Das trübte sie nicht lang: Beim „Schlag den Großmeister“ trat sie gegen den Essener Profi Sebastian Siebrecht an, der ihr noch ein paar Trickzüge erklärte. Siebracht war für das junge Schachtalent natürlich ein paar Nummern zu groß.

Siebrecht ist nicht nur schachverrückt, sondern auch Initiator der Schachwoche „Faszination Schach“, mit der er seit 2012 durch verschiedene Einkaufzentren tourt und auf diese Weise schon über 50.000 Kinder und Jugendliche an den Denksport herangeführt hat. Unter anderem werden durch Schach das vorausschauende Denke geschult sowie Lösungskompetenzen entwickelt, benennt er die Vorteile.

In Remscheid war er zum zweiten Mal zu Gast. Sein Fazit: „Remscheid ist super und es gibt sehr nette Kontakte hier.“ Vor allem die hohe Dichte an Schach-AGs an den Schulen habe ihn begeistert. Die beiden Remscheider Schachvereine leisten sehr gute Arbeit, lobte er weiter.

Durch die Schachwoche konnten die erfahrenen Spieler neue Kniffe lernen, aber auch viele Neulinge haben sich in die Welt des strategischen Brettspiels einführen lassen.

Einige Spieler seien jeden Tag gekommen, so wie der 91-jährige Wilhelm Ernst, erzählte Siebrecht. Das zeige, das Schach fit halte und für alle Generationen gedacht sei. Auch Diya (8) war jeden Tag da, um zu spielen, weil sie von dem Denksport nicht genug bekommen kann. Gemeinsam mit ihrem Vater Palanisamy Dhanasekaran sowie den drei Hofmanns nahm sie auch am Simultanturnier teil.

Erst seit zehn Monaten ist sie im Verein. „Sie hat sich für die NRW-Meisterschaften qualifiziert“, erzählte ihre Mutter Meenambigai Dhanasekaran stolz.

Hobbyspieler Christoph L. wartete darauf, dass an den Tischen ein Platz frei wurde. Er spielt hobby-mäßig und ist begeistert, dass man gegen Profis spielen konnte. „Die Erfahrungen, die man hier sammelt, sind einfach klasse.“

Parallel testeten kleine Kinder das Riesenschach aus. Das sei ein erster, spielerischer Berührungspunkt mit dem Sport, merkte Siebrecht an. Ziel von „Faszination Schach“ sei es, Kinder weg von digitalen Medien hin zum haptischen Machen zu führen. „Wir freuen uns, wenn wir im nächsten Jahr wieder kommen dürfen“, betonte er.