Sana investiert in zwei Jahren 6 Millionen Euro

Remscheid : Sana investiert in zwei Jahren 6 Millionen

Vor einem Jahr wurde Dr. Holger Praßel Geschäftsführer des Sana-Klinikums. Nun zieht er eine erste Bilanz seiner Arbeit. Er verweist darauf, dass in der kurzen Zeit schon viele Prozesse verbessert worden seien.

Ein Jahr ist es her, dass Dr. Holger Praßel (50) Geschäftsführer des Sana-Klinikums an der Burger Straße - und in Radevormwald - wurde. Im Rückblick verweist er darauf, dass viele Prozesse verbessert worden seien. Er nennt beispielsweise die Arzt-Patient-Kontaktdaten, das "Manchester-Triage-System (MTS)" - ein standardisiertes Verfahren zur systematischen Ersteinschätzung der Dringlichkeit der Behandlung.

"Triage" ist die Methode, den Schweregrad der Erkrankung beziehungsweise der Verletzung in kurzer Zeit zu erkennen und die Dringlichkeit einzustufen. Praßel übersetzt das in Ampelfarben. "Grün" sind Patienten, die zum Beispiel "ein bisschen Fieber" haben. "Rot" gilt für im Extremfall lebensbedrohliche Krankheiten. "Gelb" liegt irgendwo dazwischen. Ein zweiter Bereich, den der Sana-Geschäftsführer optimieren will, ist das Entlassungsmanagement. Weil heute der Arztbericht Standard ist, sichert man den gerne mit aktuellen Laborwerten ab. Auf diesen müssen die Patienten warten - und blockieren dabei gewissermaßen ein Krankenhausbett.

Im Rückblick aufs erste Jahr sieht Praßel schwarze Zahlen. Er spricht vom starken Leistungszuwachs und von erfreulich hohen Patienten-Zuflüssen. Der Anteil der Patienten aus Remscheid liege bei etwa 90 Prozent. Hinzu kommen Spezialfälle und Notfälle aus dem Umland. Da liegt nahe, dass das Haus personell hinreichend ausgelastet ist. "Wir haben versucht, Schülerklassen aus unserem Haus komplett zu übernehmen," schildert der Geschäftsführer die Überlegungen, den Personalbedarf zu decken. Bei der jüngsten 13-köpfigen Klasse sei das auch gelungen.

Ziemlich einmalig sei, dass es im Sana für Kinder das "Kleeblatt" gibt: die Kinderklinik mit Intensivstation, die Kinder-Psychiatrie, das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) und die Kinderschutzambulanz, die zwar selbstständig getragen wird, aber ganz eng ans Klinikum angeschlossen ist.

Das SPZ ist eine interdisziplinär arbeitende Facheinrichtung zur ambulanten Untersuchung, Behandlung und Unterstützung von Säuglingen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen mit angeborenen oder erworbenen Störungen, Problemen in der Entwicklung oder seelischen Störungen und Verhaltensproblemen. Dr. Praßel: "Diese Kinder brauchen Ärzte, Psychologen und Therapeuten, die sich gut auskennen." Kinder wie Eltern haben besondere Bedürfnisse. Lebensbedingungen und Alltagsprobleme sind herausfordernd und bedürfen der Unterstützung durch Fachkräfte."

Ein großes Lob hat er für das Ehrenamt übrig - für die Grünen Damen insbesondere. "Die kann man nicht hoch genug einschätzen." Er sieht darin auch Bestätigung. "Je mehr Ehrenamt im Haus ist", sage die Branche, "desto besser ist es geführt."

Er sieht die Krankenhäuser konfrontiert mit einer erheblichen Zunahme an Senioren - zumal fast jeder Mensch im Alter irgendwann dementiell erkrankt. Früher landeten solche Fälle beim Hausarzt oder blieben in der Familie. Heute leben die meisten Familien nicht mehr unter einem Dach und teils räumlich weit voneinander getrennt. Praßel spricht in Sachen Geriatrie von "wachsenden Herausforderungen wegen wachsender Fallzahlen". "Das Sana-Klinikum ist auf einem sehr guten Weg," leitet Praßel aus den positiven Zahlen für 2017 die Prognose für die Zukunft ab.

Zusätzlich zur neurochirurgischen Sprechstunde als Dienstleistung für Senioren soll es eine für plastische Chirurgie geben. "Und wir investieren in diesem und im nächsten Jahr insgesamt rund sechs Millionen Euro", erläutert Dr. Praßel - davon allein fünf in 2017. Ein erheblicher Teil fließt in das neue Herzkatheter-Labor.

(RP)