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Nach Unwetter in Solingen : S7 entgleist in Güldenwerth

Nach Unwetter in Solingen : S7 entgleist in Güldenwerth

Ein Zug der bergischen S-Bahn Linie 7 ist am frühen Sonntagmorgen zwischen Remscheid und Solingen im Bereich Güldenwerth entgleist.

Der starke Regen, der gegen 1 Uhr in der Nacht einsetzte, hatte Versorgungsleitungen hochgedrückt, die zusammen mit einem umgestürzten Baum quer über den Gleisen lagen. Menschen kamen beim Unfall nicht zu Schaden.

Aufgrund des starken Regens in der Nacht zum Sonntag waren Versorgungsleitungen, die eigentlich neben den Gleisen verlaufen, auf die Gleise verschoben worden, sagte die Pressesprecherin des Streckenbetreibers Abellio, Julia Limia y Campos.

In einer Linkskurve fuhr der Zug in die beiden Hindernisse hinein. Der Unfall ereignete sich auf der letzten Fahrt des Tages, gegen 2.46 Uhr. Nur ein Fahrgast war zu diesem Zeitpunkt im Zug, zudem drei Mitarbeiter der Firma Abellio, zwei Zugbegleiter und der Triebwagenführer.

So sah der beschädigte Zug nach der Entgleisung aus. Foto: Abellio

Gegen 14 Uhr wurde der defekte Zug gestern ins Depot nach Hagen abgeschleppt. "Wir gehen davon aus, dass die Strecke in Richtung Solingen mehrere Tage nicht befahrbar ist", sagt Limia y Campos. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet. Die S 7 verkehrt bis auf Weiteres nur noch auf dem Teilstück zwischen dem Remscheider Hauptnahnhof und Wuppertal. Die S7 ist die einzige Zugverbindung der Remscheider in Richtung Düsseldorf. "Das ist für uns ein Tiefschlag", sagte Julia Limia y Campos. Die S 7 hat in den letzten Monaten durch Schäden an den Fahrzeugen und dadurch bedingte Verspätungen und Zugausfälle für einige Negativschlagzeilen gesorgt.

Das Unwetter hielt ab 1 Uhr auch die Feuerwehr Remscheid auf Trab. Dabei handelte es sich vornehmlich um vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und einige umgestürzte Bäume. Aufgrund der hohen Anzahl an Notrufen wurde ein Vollalarm für die Freiwillige Feuerwehr ausgelöst, so dass schließlich alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr sowie Kräfte der Berufsfeuerwehr eingesetzt wurden. Insgesamt wurden ca. in der Nacht 50 Einsätze abgearbeitet. Am Gründerhammer stand ein Keller etwa 1,50 Meter hoch unter Wasser. Auf der Elberfelderstraße wurde eine KfZ-Werkstatt von Wassermassen durchgespült. Mehrere Autos wurden ineinander geschoben und eine Innenwand herausgedrückt. Die Regenmenge variierten scheinbar sehr. Die meisten Einsätze wurden in der Innenstadt, in Vieringhausen, Morsbach und Kremenholl verzeichnet. In einigen Stadtteilen wurden gar keine Einsätze gemeldet. Im Laufe des Sonntags meldeten die Bürger der Feuerwehr nach und nach weitere Wasserschäden in ihren Häusern. 27 Einsätze zählte die Wehr bis zum frühen Abend.

Keine Verletzten. Versorgungskabel lagen auf Gleisen. Strecke ist gesperrt. Viel Arbeit für Feuerwehr.

(hr)