Remscheid: Russisch-bergische Melange begeistert mit Walzer-Klängen

Remscheid: Russisch-bergische Melange begeistert mit Walzer-Klängen

Das Neujahrskonzert mit dem Staatsorchester Kaliningrad in der vollbesetzen Lutherkirche riss die Zuhörer aus ihren Sitzen.

Das neue Jahr war gerade erst ein paar Stunden alt und wartete schon mit einem kulturellen Highlight auf. Das Neujahrskonzert mit Werken des "Walzerkönigs" Johann Strauss in der Lutherkirche entführte melodisch nach Wien.

Das Russische Staatsorchester Kaliningrad bot unter der Leitung von Christoph Spengler einen Hörgenuss. Als "russisch-bergische Melange" bezeichnete Pfarrer Axel Mersmann die Kombination von Musikern und Dirigenten, die für eine vollbesetze Lutherkirche sorgte. Mersmann führte durch das Programm und ließ hier und da auch ein wenig Wiener Charme in seine Moderation einfließen.

Die Walzerklänge waren die dominierende Melodie des Nachmittages und animierten einige Gäste zum mitwippen. Mit "An der schönen blauen Donau" wurde das Konzert eröffnet. Dazu tanzten Marie Elsner, Jasmin Fazel und Joelle Wyrwa vom Studio B. eine Ballettchoreographie von Michèle Bialon. Fast elfengleich bewegten sich die drei Tänzerinnen durch das Kirchenschiff und begeisterten mit ihren zarten Bewegungen und Drehungen das Publikum, an dem sie nah dran waren. Mit Leichtigkeit sprangen sie zur "Pizzicato-Polka". Die Besucher auf der Empore beugten sich sogar über die Brüstung, um den Tanzschritten besser folgen zu können. Die tolle Klangqualität der Lutherkirche kam besonders gut beim zweiten Stück zur Geltung. Die Töne von "Rosen aus dem Süden" breiteten sich bis in den letzten Winkel der Kirche aus und trugen die Zuhörer mit in den Süden.

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Schön zu sehen war auch, wie die Profimusiker des Orchesters jede Note nicht nur mit ihren Instrumenten spielten, sondern mit dem ganzen Körper lebten. Mit Hingabe, Engagement und Spielfreude gestalteten die Orchestermitglieder das gut zweistündige Konzert. Bedrohlich und doch ganz zart klangen die Streicher bei der Ouvertüre zur Operette "Der Zigeuner-Baron". Leicht, hell und festlich waren die Instrumente beim "Kaiserwalzer".

Mit Bravour spielte das Ensemble Strauss' Meisterstück, die Ouvertüre zur Operette "Die Fledermaus". Die Gäste belohnten die Musiker mit einem begeisterten Applaus für diese Leistung. Den Abschluss bildete der Radetzky-Marsch vom Vater Johann Strauss. Die Tänzerinnen marschierten dazu in Uniformen ein. Stehende Ovationen waren der Lohn für die Künstler, die sich mit gleich zwei Zugaben bedankten.

(lupi)