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Ruhestörungen sorgen für Dauereinsätze

Sommer in Remscheid : Ruhestörungen sorgen für Dauereinsätze

254 Einsätze wegen Ruhestörung zählte die Polizei von Freitag bis Montag im Bergischen Städtedreieck. Die Zahl ist so hoch, dass die Beamten nicht immer innerhalb kürzester Zeit an Ort und Stelle sein können.

Abends kühlt es ein wenig ab – zumindest gefühlt. Da schmeckt das Würstchen vom Grill noch besser, man sitzt draußen mit Freunden oder Familie, plaudert, lacht, Musik im Hintergrund. Herrlich. Oder nicht? „Das schöne Wetter lädt einfach dazu ein, seine Freizeit draußen zu verbringen“, sagt Polizeisprecherin Hannah Meckmann. Für die Polizei bedeutet das Stress pur.

Einsätze wegen Ruhestörung seien ein allgemeines Phänomen, das bei hohen Temperaturen auftritt. Gerade am Wochenende müssen die Beamten öfter als normal ausrücken. „Am vergangenen Wochenende gab es noch einmal mehr Anrufe über den Notruf als an dem davor“, sagt Meckmann. 254 Einsätze seien es von Freitag bis Montag im Bergischen Städtedreieck gewesen.

„Bei solchen Temperaturen kann man es in geschlossenen Räumen einfach nicht aushalten“, weiß auch Jürgen Beckmann, Leiter des Ordnungsamtes. Trotzdem gelte ab 22 Uhr die gesetzlich geschützte Nachtruhe. Für einige Fälle gebe es allerdings Ausnahmeregelungen.

„Biergärten dürfen zum Beispiel bis 24 Uhr offen bleiben“, erklärt er. Aber auch für den Gaststättenbetrieb sei eine bestimmte Rücksichtnahme geboten. Weitere Ausnahmen seien „seltene Störereignisse“. Darunter fallen Veranstaltungen wie Public Viewings oder die Konzerte während „Remscheid Live“. Dem Ordnungsamt seien bisher noch keine Beschwerden im Zuge dieser Großveranstaltungen vorgetragen worden. Dennoch gebe es gewisse „Begleiterscheinungen“, sagt Beckmann. Das seien vor allem Betrunkene, die auf dem Nachhauseweg laut sind oder sich erleichtern. „Das ist natürlich sehr ärgerlich für Anwohner.“ Glücklicherweise seien das aber Ausnahmefälle.

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Die Einsätze der Polizei werden dem Ordnungsdienst gemeldet, denn dieser sei originär zuständig. Die Beamten sind ab 22 Uhr ersatzmäßig für den Ordnungsdienst im Einsatz. Im Juli verzeichnete die Polizei Wuppertal für die drei bergischen Städte insgesamt 1346 Einsätze wegen Ruhestörung (Stand:
30. Juli). Zum Vergleich: Im Juni waren es 700. „Die Schlagzahl an Notrufen ist so hoch, dass die Kollegen nicht immer innerhalb kürzester Zeit an Ort und Stelle sein können“, sagt die Polizeisprecherin. Die Wartezeit führe bei den Anrufern oftmals zu Unverständnis. Die Polizei bittet deshalb auch ausdrücklich darum, auch selbst bei den zu lauten Nachbarn zu klingeln, das Gespräch zu suchen und auf die Lärmbelästigung hinzuweisen.

Um Wartezeiten zu vermeiden, äußern die Beamten eine weitere Bitte: Sollte bereits ein Notruf abgesetzt worden sein, sich das Problem aber vor Eintreffen der Beamten schon von selbst erledigt haben, bitte nochmals anrufen und Bescheid geben.

Die vermehrten Notrufe wegen Lärmbelästigung könnten auch noch aus anderen Gründen in den Sommermonaten auftreten. Jürgen Beckmann vermutet: „Oftmals liegen ohnehin schon Nachbarschaftsstreitigkeiten zugrunde. Störgeräusche aus Gärten veranlassen dann schneller dazu, die Polizei und damit den Nachbarn zur Ordnung zu rufen.“

Empfehlenswerter ist es doch da, selbst aktiv zu werden und die Nachbarn um Ruhe zu bitten.