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Roland Kirchner will Remscheids Oberbürgermeister werden

Wählergemeinschaft hat das Gründungsmitglied zum Kandidaten gewählt : Roland Kirchner will Remscheids OB werden

Nachdem sie bei der vergangenen Kommunalwahl darauf verzichtet hatte, schickt die Wählergemeinschaft wieder einen eigenen OB-Kandidaten ins Rennen. Ausgewählt wurde dafür ein Mitglied, das die Philosophie der W.i.R. von Beginn an mitentwickelt hat.

Der Lenneper Roland Kirchner (58) ist Mitgründer der W.i.R., die 1999 erstmals in den Rat einzog und seitdem dort vertreten ist. Aktuell vertritt Kirchner die W.i.R. vor allem in der Bezirksvertretung Lennep.

Seit 2014 stellt die W.i.R. nur noch zwei der 52 Ratsmitglieder. Die Rückkehr zur Fraktionsstärke (ab drei Mitgliedern) nennt der Vorsitzende Jonathan Brützel als eines der Ziele für die Wahl im Herbst. Der Weg von Grünen und FDP, die sich entschieden haben, die Wiederwahlpläne von Amtsinhaber Burkhard Mast-Weisz (SPD) zu unterstützen und darum auf einen eigenen Kandidaten zu verzichten, sei für die W.i.R. keine Option gewesen, sagt Ratsmitglied Thomas Brützel. So hieß die Frage am Ende: Eigener Kandidat: Ja oder Nein?

Der Wunsch, die eigene „Unabhängigkeit zu unterstreichen“ gab den Ausschlag für Kirchners Kandidatur. Die Gruppe wolle deutlich machen, dass sie kein Teil der Verwaltung ist, sondern die Aufgabe des Rates auch darin besteht, eine Kontrollfunktion auszuüben.

„Wir haben keine Berührungsängste mit den demokratischen Parteien“, sagt Kirchner. Wechselnde Mehrheiten seien für die W.i.R. „kein Horror-Szenario“. Ziel der Ratsarbeit müsse es immer sein, dass die beste Idee sich am Ende durchsetze. Wenn es im neuen Rat keine festen Koalitionen gebe, sei das leichter. Dann habe man ein wichtiges Ziel schon erreicht, ergänzt Thomas Brützel.

Dass die W.i.R, in der auslaufenden Legislaturperiode hauptsächlich gemeinsame Anträge mit der „Ampel“ (SPD, Grüne und FDP) auf den Weg brachte, habe eher an der CDU gelegen. Es gab Gespräche, aber „es hat sich nicht so ergeben.“

Dass das eigene Profil in solchen breiten Bündnissen schwer herauszustellen ist, liege in der Natur der Sache, sagt Thomas Brützel. Als ein Verdienst der W.i.R. verbucht er, dass die unter anderem zur Rettung der Symphoniker beschlossene Anhebung der Grundsteuer fast vollständig wieder zurückgekommen wurde. Ratsfrau Waltraud Bodenstedt, die ebenso wie Thomas Brützel wieder antritt (Kirchner hat Listenplatz 1), nennt den Einsatz für mehr Digitalisierung in der Verwaltung als ein Thema, das man weiter vorantreiben will, auch wenn es dicke Bretter zu bohren gilt. Die W.i.R. sieht hier Sparpotenzial. „Das ist die letzte große Reserve, die wir haben.“