Röntgen-Museum Remscheid erhält 130 Münzen von Sammler Erich Schöner

Remscheid : Großes Geschenk für Röntgen-Museum

Das Deutsche Röntgen-Museum erhält 130 bedeutende Medaillen aus der Sammlung von Dr. Erich Schöner, der sie über 40 Jahre zusammengetragen hat. Im nächsten Jahr gibt es eine Sonderausstellung.

Eine ganz besondere Schenkung – bestehend aus 130 Münzen, Medaillen und Plaketten – nahm Dr. Uwe Busch für das Deutsche Röntgen-Museum entgegen. Der vermachte Schatz des Würzburger Radiologen und Sammlers Erich Schöner soll im Röntgenjahr 2020 im Geburtshaus des X-Strahlen-Entdeckers ausgestellt werden.

Sein halbes Leben verbrachte Erich Schöner damit, die besonderen Münzen und Medaillen zusammenzutragen: Es sind kunstvolle Objekte, geprägtes Geld, Gedenkmünzen und besondere Auszeichnungen, die Röntgen, seine Entdeckung oder aber auch der Geschichte der Radiologie gewidmet sind oder jenen verliehen wurden, die sich im besonderen Maße um diesen Bereich der Wissenschaft und Medizin verdient gemacht haben. Auch eine in Lennep verliehene Röntgen-Plakette ist dabei. In über 40 Jahren hat der heute 81-Jährige 130 Objekte aus 26 Ländern gesammelt. „Sehr hartnäckig“, wie seine Frau Christa Schöner berichtete. Das älteste Objekt stammt von 1897. Nun trennt sich der pensionierte Radiologe, ehemaliger Chefarzt der Radiologie am oberfränkischen Krankenhaus in Lichtenfels, von seiner geliebten Sammlung, um sie dem Deutschen Röntgen-Museum zu vermachen.

Keine leichte Entscheidung, aber sicherlich die nachhaltigste für ein solches Lebenswerk, das Schöner nun zu Lebzeiten weiterreicht, wenn auch – aus gesundheitlichen Gründen – nicht persönlich, aber bestens vertreten durch seine Frau Christa und Nichte Claudia Rücker. Mit der Nichte hatte Schöner bereits vor einigen Jahren einen Katalog (Radiologia in Nummis: Wilhelm Conrad Röntgen und Radiologie auf Medaillen) zur Übersicht der Sammlung veröffentlicht.

Um an die diversen Münzen und Medaillen zu gelangen, schrieb der Würzburger sämtliche Radiologische Gesellschaften, Preisträger und Sammler an und nahm an einigen Auktionen teil. Die Korrespondenz zu einigen Privatpersonen und Preisträgern, zu denen im Laufe der Zeit auch eine enge Freundschaft entstanden sei, wurde der Sammlung beigefügt. Die erste Münze, die den Grundstein seiner Sammelleidenschaft legte, erwarb Schöner 1976, eine Gedenkmünze aus Silber, die zum 75-jährigen Jubiläum der ersten Nobelpreis-Verleihung (1901) erschien, bei der bekanntlich auch Lenneps bekanntester Sohn für seine Entdeckung den ersten Physik-Nobelpreis erhielt.

„Wir sind ganz stolz und froh darum, diesen fantastischen Schatz zu bekommen, der wunderbar in unser Ausstellungskonzept hineinpasst“, äußerte Museumsleiter Uwe Busch, der betonte, den damit verbundenen Auftrag und die Verantwortung für die Sammlung sehr ernst zu nehmen. Sinn und Zweck sei es nämlich nicht, die Schenkung anzunehmen und sie im Keller verstauben zu lassen, sondern die neuen Exponate des Museums der Öffentlichkeit in einer Sonderausstellung zugänglich zu machen. „Die Münzen zeigen schließlich auch ein Stück Röntgen-Geschichte.“ Anders als heute, wo das Internet als Informationsquelle genutzt und überall zugänglich ist, wurden früher – ähnlich wie Briefmarken – nämlich Münzen und Gedenkmedaillen zu besonderen Ereignisse eingesetzt.

Mehr von RP ONLINE