Remscheid Rick Kavanian auf absurdem "Egostrip" in Lennep

Remscheid · Rick Kavanian sieht aus wie ein Grieche, und er spricht auch so. Na ja, nicht ganz. Er redet, wie ein Mann mit griechischem Migrationshintergrund in Deutschland reden muss. Natürlich treibt der Komiker Rick Kavanian diese Art des "Dialekts" auf die Spitze.

Wir kennen das aus dem Film "Der Schuh des Manitu". Dort bewies er als Dimitri Stupakis mit scharfen Zischlauten seinen Hang zu Wortverdrehungen. Auch diesmal zog Kavanian in seinem Programm "Egostrip" als durchgedrehter Stupakis vom Leder: "Trotzdestonichts", "Ohrschlitz", "Schnurnabel" und "beruflich Freier" sind nur einige Kostproben dieses Talents. Das Ganze war eingebettet in eine One-Man-Show, in der der "Heldmaul" eine Vielzahl von Figuren in Personalunion auftreten ließ.

Die Handlung tut eigentlich nichts zur Sache: Es geht im Remscheider "Strafverfahren Bundesrepublik Deutschland gegen Rick Kavanian" darum, dass Rick verbotenerweise eine Parkscheibe um 15 Minuten manipuliert haben soll. In dieses Verfahren mischen sich jede Menge illustre Gestalten ein. Der bösartige Sachse Jens Maul aus "(T)Raumschiff Surprise" mimt den Staatsanwalt (zum Brüllen: sein Gemüse-Tourette-Syndrom); mit der Stimme des Synchron-Sprechers Christian Brückner (Robert de Niro, Donald Sutherland) will sich Richter Benjamin Franklin unbedingt ins Wohnzimmer zum Golfspielen zurückziehen; ein kieksender Jürgen Klinsmann tritt als Esoterik-Apostel auf ("Meditation ohne Ausatmen - noch niemand ist am Atmen erstickt"); die Klitsch-K.o.-Brüder erscheinen in "Werbeblöcken"; Bertram Lude aus Hamburg preist seinen Familienbetrieb der Zuhälterei, und Mandy Kapolnik, Putzfrau aus Berlin, lässt sich nicht den Mund verbieten. Dazwischen ertönen Ansagen auf Bayerisch, die kein Mensch verstehen kann.

Aus diesem Mischmasch bastelt Kavanian sein Erfolgsrezept: Absurd bis zum Gehtnichtmehr versteigen sich seine Gestalten in wirre Gedanken, aus denen das Publikum nur entrinnen kann, wenn es zunächst ungläubig den Kopf schüttelt und dann lacht. In der ersten Hälfte gab es bei einigen nur ein müdes Lächeln. Im zweiten Teil aber, als Jens Maul in der Zugabe die sächsische Tablette "P-ö-r-ö-cä-tö-mööl" (Paracetamol) buchstabierte, gab es in der Klosterkirche kein Halten mehr.

(begei)
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