Remscheids OB: Blume bleibt Reservefläche

Kottenbutteressen in Lüttringhausen : Mast-Weisz: Blume bleibt Reservefläche

Klare Ansage des Oberbürgermeisters zum Gewerbegebiet beim Kottenbutteressen des Heimatbundes in Lüttringhausen.

Das traditionelle Kottenbutteressen des Heimatbundes Lüttringhausen ist ein Pflichttermin. Denn neben der bergischen Spezialität kommen vor allem wichtige „Lütterkuser“ Themen auf den Tisch. Entsprechend viele Gäste aus Politik, Kultur und Vereinen trafen sich am Samstagvormittag im katholischen Jugendfreizeitheim.

Das vergangene Jahr sei ein Jahr der Veränderungen gewesen, sagte Heimatbundvorsitzende Christiane Karthaus zur Begrüßung. Mit diversen Veranstaltungen, etwa dem ersten „Golden Eagle Summer Festival“ oder der zweiten „X-Mas-Party“ auf dem Ludwig-Steil-Platz, sollte vor allem die Jugend für die Vereinsarbeit begeistert werden, damit sich der Verein verjüngt. Erste Erfolge gibt es: „Wir sind mit offenen Armen empfangen wurde“, erzählte Sarah van Zütphen (20), die seit 2018 Beiratsmitglied ist.

Allerdings musste sich der Verein für die neuen Formate auch der Kritik der Anwohner stellen. Daran wolle man arbeiten, versprach Beiratsvorsitzender Karlheinz Meermagen. Er sprach zudem über die Schwierigkeiten beim Weihnachtsmarkt. Die Ehrenamtlichen hätten immer mehr Probleme, genug Helfer zu finden. Neben dem Regen könnte auch der erstmals parallel verlaufene verkaufsoffene Sonntag im Allee-Center Grund für weniger Besucher gewesen sein. „Meine herzliche Bitte an die Politik ist es, bei der Entscheidung über verkaufsoffene Sonntage das Engagement der Ehrenamtler im Blick zu haben“, sagte er.

Ein deutliches Statement gab es zum Thema Gewerbegebiet Blume. Es gebe derzeit keine Rats- oder Planungsbeschlüsse zu dem Gebiet, betonte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Die Blume bleibe Reservefläche. Das Thema könne man den Bürgern nicht wieder zehn Jahre zumuten, ergänzte Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller.

Erneut wurde über den Heimatbund-Vorschlag, ein Brunnen für das Badepärchen hinter dem Rathaus, gesprochen. Die Entscheidung über die vier möglichen Varianten liege bei der Bezirksvertretung, hob Mast-Weisz hervor. Eine Realisierung eines Brunnens gebe es aber nur unter der Bedingung, dass der Heimatbund für Finanzierung, Unterhaltung und Instandhaltung aufkomme. Der Zuspruch für einen Brunnen sei nach der Vorlage mit einer Kostenberechnung in der BV geringer geworden, merkte Stuhlmüller an. Es gebe Zweifel dran, dass der Verein wirklich für die Kosten aufkommen kann. Die Stadt rechnet mit rund 89.000 Euro für den Brunnen. Der Heimatbund lässt aktuell die Kosten berechnen.

Heimatbund-Mitglied Stephan Jasper brachte einen möglichen neuen Standort der Stadtteilbibliothek ins Spiel, da an der Gertenbachstraße Besuchertoiletten und Barrierefreiheit fehlen. Gemeinsam mit dem Verein „Wohnraum 55+“, der ein Mehrgenerationenwohnen in Lüttringhausen realisieren will, wird ein Neubau auf dem ehemaligen Gelände der Grundschule Eisernstein favorisiert. Mast-Weisz sprach sich für das Mehrgenerationenwohnen aus. Ob es zur Umsetzung komme, hänge von den Plänen möglicher Investoren ab. Er stellte aber infrage, ob das in Verbindung mit der Bibliothek geschehen müsse.

Der Oberbürgermeister bekannte sich klar zum jetzigen Standort der Bibliothek, der zudem sehr günstige Konditionen bietet. Genaue Details zum Mietvertrag, der im Jahr 2021 ausläuft, nannte er nicht. „Es ist wichtig, dass die Bibliothek zentral erhalten bleibt“, kommentierte Mast-Weisz.

Mehr von RP ONLINE