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Remscheid: Remscheider Theatergeschichte in Bildern

Remscheid : Remscheider Theatergeschichte in Bildern

14 Aufnahmen des Fotografen Michael Sieber von Vorstellungen im Teo Otto Theater lösen die Gemälde im Foyer ab.

REMSCHEID Die vier Körper sind angespannt. Jeweils zwei Hände berühren sich in der Luft, bilden so einen Bogen. Das Licht scheint von der Seite auf die zwei nackten Oberkörper der vorderen Tänzer und setzt den Akzent. Es ist nur ein kurzer Moment, ein flüchtiger Augenblick, der Ausdruck hat und von Leidenschaft erzählt. Eingefangen hat ihn Fotograf Michael Sieber beim Auftritt des "Bejing Dance Theaters" aus China im Teo Otto Theater.

Die Aufnahme hängt mit 13 weiteren Bildern seit Anfang des Jahres im unteren Foyer des Theaters. Alle Motive stammen von Aufführungen im Haus. Der 65-jährige Michael Sieber hat sie im Laufe seiner Arbeit als Pressefotograf gemacht. In 39 Jahren als Fotoredakteur sind viele Bilder entstanden. Die Theaterfotografie habe ihm allerdings immer am meisten Spaß gemacht. "Man muss sich Zeit nehmen und im richtigen Moment den Auslöser drücken", beschreibt der Experte die Herausforderung, unter schlechten Lichtbedingungen und ohne Blitz ein tolles Bild hinzubekommen.

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Häufig war er schon vorher bei Proben dabei, um mehr Ruhe zu haben. "Manches ist auch ein Zufallsprodukt", sagt er. So wie das Bild eines Clowns vom "Französischen Tanztheater". Der Darsteller legte sich bei den Proben auf den Boden und schaute in die Kamera Siebers, als dieser unmittelbar vor der Bühne stand. Das Querformat hängte er als Hochformat auf, so dass es nun so aussieht, als lehne der Clown, dessen Blick eine gewisse Melancholie innewohnt, an der Wand.

Die Fotografien vom "Queensland Ballett" aus Australien, dem Remscheider "Studio B" oder dem "Orbo Novo Tanztheater" erzählen ein Stück Geschichte des Theaters. Die Idee zu der Ausstellung hatten Hartmut Brzoska und Werner Roetzel bei einem Besuch einer Vorstellung. Die alten Gemälde von Namensgeber Teo Otto empfanden die beiden Männer als nicht mehr zeitgemäß. "Werner Roetzel fand, da muss was Neues her", erzählt Mareike Brzoska. Über den persönlichen Kontakt zu Michael Sieber hat sich das Projekt entwickelt. Die Kosten für die ein Meter mal 70 Zentimeter großen Fotodrucke übernahmen Roetzel und Brzoska.

"Dieses Haus aus den 50er Jahren ist eins der schönsten Theater Deutschlands. Das braucht moderne Bilder", betont Mareike Brzoska. Siebers Motive geben dem Foyer ein anderes Flair, findet sie. Ihr gefällt, dass jedes Bild von Bewegung erzählt. Das war eine bewusste Entscheidung: Sieber hat Ballett-Fotos gewählt, da Operette und klassisches Theater zu statisch wirken.

Links und rechts umrahmen schwarz-weiße Porträtaufnahmen von bekannten Persönlichkeiten die Ausstellung. Heidi Kabel oder Günter Lamprecht sind in fast schon intimen Momenten zu sehen. Selbst dabei sei eine Bewegung erkennbar, erklärt Brzoska begeistert. "Michael Sieber erkennt immer den richtigen Moment", lobte der ausscheidende Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann. Die Ausstellung habe einen Wiedererkennungswert und sei eine Bereicherung.

(RP)