Remscheider Stiftung Tannenhof investiert weiter

Stiftung Tannenhof : Remscheider Klinik investiert weiter

Das psychiatrische Krankenhaus baut ein neues Parkhaus. Anfang des neuen Jahres kommen zunächst die Abrissbagger.

Anfang des kommenden Jahres  rücken die Bagger an und schlagen ihre Zähne in das alte Gebäude für Arbeitstherapie der Stiftung Tannenhof. An seiner Stelle lässt das psychiatrische Krankenhaus gegenüber dem Jahnplatz in Lüttringhausen ein Parkhaus entstehen für 280 Fahrzeuge. Gleich dahinter soll eine neue Sporthalle gebaut werden. Doch auch das ist noch lange nicht die letzte Millionen-Investition des Tannenhofs.

Das Wort „Expansionskurs“ hört Dietmar Volk, kaufmännischer Direktor, der evangelischen Stiftung nicht gern. „Wir investieren in die Zukunft“, korrigiert er. Und das im großen Stil – nicht nur in Remscheid. Erst 2016 ließ die Stiftung in Wuppertal-Barmen 15 Millionen in eine neue psychiatrische Klinik fließen.

Jetzt sucht die Stiftung dort nach einem zusätzlichen Standort für eine Tagesklinik, wie es sie in Remscheid am Friedrich-Ebert-Platz bereits gibt. „Wir sind im Tagesklinikbereich voll ausgelastet“, sagt  Volk. „In der Regel liegen wir bei 120 Prozent.“ Auch im stationären Bereich expandiert die Stiftung. Mit dem Helios-Klinikum wollen die Lüttringhausener eine psychosomatische Station einrichten – also ein Bereich für Menschen, die beispielsweise mit körperlichen Schmerzen zu kämpfen haben, deren Ursache aber psychischer Natur sind.

In Remscheid gehen unterdessen die Bauarbeiten an der Remscheider Straße voran. Wo einst das alte Brüderhaus stand, entstehen für sieben Millionen Euro zwei neue Wohngebäude für 36 Bewohner. Diebstähle von der Baustelle – unter anderem verschwanden Starkstromkabel, wofür nur organisierte Diebesbanden als Täter in Frage kommen – warfen die Arbeiten mehrmals zurück. Mittlerweile hat der Tannenhof die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt und die Bauarbeiter gehen daran, den Verzug aufzuholen.

Zwischenzeitlich ging bei Dietmar Volk die Baugenehmigung der Stadt für das nächste Projekt ein: das Parkhaus, das die 120 Parkplätze an der Remscheider Straße ersetzen soll. Von der August-Erbschloe-Straße sollen die Autofahrer den Tannenhof erreichen können.

Das 120 Jahre alte Krankenhaus kommt gesetzlichen Forderungen nach. Psychiatrische Krankenhäuser sollen sich nicht länger abschotten. Sie werden Teil der Stadt und die Patienten zu ihren Bewohnern. Drei Millionen Euro wird das Parkhaus mit neuer Zufahrt auf das Klinikgelände kosten. Weitere vier Millionen Euro sollen in die neue Sporthalle fließen, die gleich hinter dem Parkhaus entstehen soll. Eingerechnet ist der Neubau einer Privatstation. Brandschutztechnisch saniert wurde für sechs Millionen Euro das Wilhelm-Sauer-Haus.

Im Büro des Kaufmännischen Direktors – und nicht nur da – sorgen die Bauarbeiten auch für andauernden Lärm. Doch daran müssen sich die Kollegen wohl gewöhnen. Denn in den nächsten Jahren geht es Schlag auf Schlag weiter. Ebenfalls 2019 soll gegenüber der Remscheider Straße mit dem Bau des Christlichen Hospizes begonnen werden.