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Remscheider Städtepartnerschaften in Corona-Zeiten

Remscheider Städtepartnerschaften in Corona-Zeiten : Der Austausch erfolgt digital

Das Coronavirus verhindert die persönlichen Begegnungen zwischen den Städten. Viele Projekte und Reisen fallen deswegen aus. Der Kontakt über digitale Medien ist jedoch viel enger geworden.

Traditionell zum Wochenende nach Christi Himmelfahrt besuchen sich Remscheider und Franzosen im Wechsel gegenseitig. In diesem Jahr wären wieder Gäste aus der französischen Partnerstadt Quimper im Bergischen gewesen. Doch die Corona-Pandemie hat das verhindert. Ob die Bürgerreise der Remscheider im Herbst stattfinden kann, soll im Juni entscheiden werden.

Zwar fehlt momentan die persönliche Begegnung. Doch der Kontakt in die Bretagne ist ungebrochen. Mehr als je zuvor nutzen beide Seiten die digitalen Kommunikationsmöglichkeiten, sagt Bernd Fiedler, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Remscheid-Quimper. „Weil man sich nicht sieht, rückt man doch näher zusammen“, hat auch Klara Marnach-Wetzel festgestellt. Beinahe täglich erhalte die ehemalige Französischlehrerin des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums Fotos.

Bernd Fiedler ist Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins Remscheid-Quimper Foto: Hertgen, Nico (hn-)

Die Franzosen habe die Krise mit der strengen Ausgangssperre sehr getroffen, berichtet sie. Deshalb wird auch das beliebte Sommerferienjobprogramm ausfallen müssen, bedauert Marnach-Wetzel, die das Angebot gemeinsam mit Philipp Veit organisiert. Jeweils drei Interessenten habe es aus den beiden Städten gegeben. Doch das Risiko für weitere Beschränkungen sei zu groß. Im nächsten Jahr soll es dafür mehr Plätze geben.

Austauschstudenten aus dem slowakischen Presov werden Corona-bedingt in diesem Jahr nicht im Semesterferienprogramm in Remscheider Betrieben arbeiten können. Foto: privat (Archiv)

Dass der Kontakt nicht abebben darf, davon ist Christian Günther, erster Vorsitzender des Deutsch-Englischen Freundschaftskreises, überzeugt: „Mit dem Austausch baut man wichtige Brücken und setzt ein Zeichen.“ Durch den Brexit und ein verändertes Freizeitverhalten sei es aber schwierig, Menschen für die Partnerschaft zum britischen Ashington/Newbiggin-by-the-Sea zu begeistert, führt er an. Über die Jugendsommerreise gibt der Verein Anreize. Diese musste jedoch abgesagt werden. Auch der englische Besuch im April fiel der Pandemie zum Opfer. Zur Diskussion stehe noch ein Besuch im Herbst – doch die Flüge auf die Insel seien auch ohne Coronakrise teuer, sagt Günther. Über Telefon und E-Mail halten sich die Mitglieder beider Seiten auf dem Laufenden. So waren etwa die Hamsterkäufe noch extremer auf der Insel als hier, erzählt Günther.

Gegenseitig Anteil am Geschehen nehme man auch beim Freundschaftsverein Kırşehir-Remscheid – etwa zum Ramadan, berichtet der erste Vorsitzende Hartmut Demski. Wichtig zur Festigung der im Verhältnis noch recht jungen Partnerschaft zur türkischen Stadt sei der Besuch des neuen Bürgermeisters in Remscheid gewesen – noch vor den Corona-Beschränkungen. Leider ausfallen musste hingegen der geplante Austausch einer Schülergruppe im April. Auch hier steht ein möglicher Nachholtermin im Herbst im Raum.

Zurückhaltender in der Kommunikation – auch ohne Corona – sind die Slowaken. Deshalb sei da der Kontakt zur Partnerstadt Prešov unverändert, erklärt Vorsitzender des Vereins Remscheid-Prešov, Udo Dalitz. Leider, so bedauert er, habe der Austausch mit dem Leibniz-Gymnasium im April wegen des Reiseverbotes ausfallen müssen. Auch der geplante Besuch der Partnerstadt zum Stadtfest Anfang Juni entfällt. Dalitz hofft, dass er 2021 nachgeholt werden kann. Die Region und die gastfreundlichen Slowaken seien immer eine Reise wert, findet er.

Ein weiterer Wehmutstropfen: In diesem Sommer werden keine Studenten aus Prešov im Rahmen des Semesterferienprogramms in Remscheider Betrieben arbeiten können, um Deutschkenntnisse und Fertigkeiten zu verbessern.