Remscheider Stadtwerke erhöhen Gaspreise

EWR in Remscheid : Stadtwerke erhöhen die Gaspreise

Der Durchschnittsverbraucher muss in Remscheid in Zukunft 8,70 Euro mehr im Monat zahlen.

Nach Jahren der Preisstabilität kündigen die Stadtwerke Remscheid für den 1. August eine Erhöhung des Gaspreises an. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 12.000 Kilowattstunden müssen die Verbraucher 8,70 Euro mehr pro Monat zahlen. Der Strompreis bleibt dagegen unverändert.

Die Stadtwerke beziehungsweise deren Energietochter Energie und Wasser für Remscheid GmbH (EWR) erklären die Verteuerung mit gestiegenen Markt- beziehungsweise Einkaufspreisen. Seit Anfang 2018 werde Erdgas auf den Weltmärkten deutlich teurer gehandelt als noch vor Jahren, erklärt Stadtwerke-Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Hoffmann. Schon zum Jahresbeginn 2019 haben deshalb viele Gasversorger ihre Preise erhöht.

Die EWR ziehe nun nach. Konkret erhöhen sich die Arbeitspreise bei der Grundversorgung in Remscheid um 0,73 Euro je Kilowattstunde. Der Grundpreis bleibe konstant, erklärt Hoffmann. Das gelte ebenfalls für den Strompreis. Obgleich auch an den internationalen Strombörsen die Preise deutlich angezogen seien, kämen zunächst keine höheren Kosten auf die Verbraucher zu. Anders ist das in Solingen. In der Nachbarstadt müssen die Kunden der Stadtwerke künftig auch für Strom bereits tiefer in die Tasche greifen.

90 Prozent aller Gasverbraucher in Remscheid sind heute Kunde der EWR. 2015 senkte das Unternehmen zuletzt die Preise, auch in den Jahren davor profitierten die Verbraucher von einem entspannten Energiemarkt. Dazu trugen unter anderem die USA bei, die mit ihrer in Deutschland umstrittenen Fracking-Methode so viel Gas förderten, dass der Preis weltweit unter Druck geriet.

2018 drehte sich der Trend. Den Ausschlag dafür gab ein deutlicher Anstieg bei den Rohölpreisen. Zwar sind die Gaspreise heute kaum noch direkt an die Ölpreise gekoppelt, dennoch folgen sie dem Trend an den internationalen Rohstoffmärkten. Die Folge: Zwischen Januar und Juni 2019 hob die Hälfte der 700 Gasanbieter in Deutschland die Preise an.

Bei wenigen Versorgern wurde das Gas dagegen billiger. Damit reagierten sie kurzfristig auf sinkende Großhandelspreise im Februar. Lohnt sich der Wechsel zu ihnen?

In der Regel sei der Wechsel leicht möglich, sagt Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Verbraucherzentrale. Allerdings sollten die Konditionen des neuen Versorgers gut mit denen des alten Versorgers verglichen werden. Zum Beispiel locke der eine oder andere mit günstigen Preisen, die aber nur für ein Jahr gelten. „Generell raten wir deshalb zu Vertragslaufzeiten von nicht mehr als einem Jahr sowie zu kurzen Folgelaufzeiten“, erklärt Lydia Schwertner.

Der Rat von Vergleichsportalen im Internet sei zudem mit Vorsicht zu genießen, sagt die Verbraucherschützerin. Unter Umständen profitieren sie von neuen Vertragsabschlüssen.

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