Remscheider Schule macht Schluss mit den Elterntaxis

Schulweg : Schluss mit den Elterntaxis

Die Politik will das Schulwegenetz überprüfen und mehr Kontrollen einführen. Die Grundschule Reinshagen könnte als Vorbild dienen. Dort hat man die Autos vor dem Schulgebäude erfolgreich verdrängt.

Die Grundschule Reinshagen liegt an einer engen Straße, wo zwei Auto nur schwer aneinander vorbei kommen. Morgens um kurz vor acht, gibt es im Schimmelbuschweg seit gut vier Monaten kaum noch „Elterntaxis“, die dort ihre Kinder herauslassen. Seit Mitte des Schuljahres greift ein neues System für mehr Verkehrssicherheit. „Es ist bei uns eine deutliche Entspannung der Situation festzustellen“, sagt Jasmin Steinhaus, kommissarische Schulleiterin. Das Beispiel Reinshagen könnte in Remscheid Schule machen. Der Schulausschuss hat einen Antrag auf den Weg gebracht, der für mehr Sicherheit für die Kinder auf dem Weg zu den Kindertagesstätten und den Grundschulen sorgen soll.

Mit einer großen Demonstration im März hat die Grundschule ein Zeichen gesetzt. „Wir haben alle mit ins Boot geholt“, erzählt Steinhaus. Die Eltern, die Kinder und die Lehrer. Motto der Demonstration: Wir wollen nicht, dass vor der Schule geparkt wird. Mit gutem Willen alleine war es aber nicht getan. Ein verlässliches System an Schülerlotsen sorgt nun für einen sicheren Weg. Wer dennoch sein Kind mit dem Auto bringen will, kann auf einem Parkplatz im Hagedornweg halten, keine 200 Meter entfernt. „Wir wollen aber noch zwei Elternparkplätze an der Reinshagener Straße bekommen“, sagt Steinhaus.

Jeden Morgen stehen vor allem in der dunklen Jahreszeit Eltern an Kreuzungen oder stark befahrenen Straßen vor Grundschulen und helfen, mit Kellen und Warnwesten ausgestattet, Kinder sicher zur Schule zu leiten. Ohne das Engagement von etwa 70 Eltern würde größere Gefahr auf den Schulwegen zu den Grundschulen Siepen, Menninghausen oder Walther-Hartmann bestehen. Eltern nehmen ihrem Nachwuchs die Möglichkeit, sich an der frischen Luft zu bewegen und gefährden teils durch rücksichtsloses Verhalten andere Grundschulkinder – das ist die Haltung der Verkehrswacht, die bereits seit Jahren auf die Gefährdungen durch das „Elterntaxi“ aufmerksam macht.

Doch wie lässt sich für mehr Sicherheit sorgen? In einem Antrag von SPD, Grünen und FDP wird gefordert, an den Schulstandorten in unmittelbarer Nähe sogenannte Elternparkplätze einzurichten. Die Politiker wünschen sich eine regelmäßige und über das ganze Jahr hin andauernde Überprüfung der Halteverbote in diesen Zonen. Zudem sollen die Schulwege überarbeitet und die Eltern in regelmäßigen Abständen befragt werden. Auch zusätzliche Baumaßnahmen, die die Verkehrssicherheit erhöhen, sollen in dem Maßnahmenkatalog berücksichtigt werden. „Es sollte nicht nach Möglichkeiten gesucht werden, wie die Eltern ihre Kinder sicherer zur Schule fahren können, sondern wie die Kinder ohne Auto zur Schule kommen“, sagte Brigitte Neff-Wetzel (Linke). Aus Sicht der CDU hätten alle Punkte des Antrages ihre Berechtigung. Allerdings sei das reine Schaufensterpolitik. „Wir haben nicht das Personal, um die Schulwege zu kontrollieren“, sagte Alexander Schmidt, schulpolitischer Sprecher der CDU. Schuldezernent Thomas Neuhaus sagte zu, die Vertreter der Grundschule Reinshagen in den Schulausschuss einzuladen. Immerhin hat die Grundschule für ihre Aktion den Remscheider Schulpreis gewonnen.

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