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Remscheider Gymnasiasten fahren regelmäßig in die Partnerstadt Pirna

Remscheider Röntgen-Gymnasiasten in Partnerstadt Pirna : Geschichtsunterricht vor Ort

Geschichte hautnah erleben und andere Lebenswirklichkeiten verstehen – diese Möglichkeit haben Schüler des Röntgen-Gymnasiums (RöGy) in Lennep.

Dank der Unterstützung des Partnerschaftskomitees Remscheid-Pirna kann jedes Jahr eine Gruppe mit 20 bis 40 Jugendlichen aus der neunten bis zwölften Klasse in die Partnerstadt Pirna nach Sachsen reisen.

Neben einer obligatorischen Stadtführung durch das malerische Pirna oder einem Ausflug zur Bastei in der Sächsischen Schweiz gehört  auch immer eine kleine Reise zurück in die DDR-Zeit zum Programm. „Man merkt, dass die DDR  immer weiter in den Hintergrund rückt. Da kommen dann immer viele Fragen bei den Schülern auf, weil sie sich nicht mehr vorstellen können, dass zum Beispiel der Nachbar auf einmal zur Stasi gehörte“, sagt Lehrer Alexander Schmidt, der gemeinsam mit seinem Kollegen Bastian Klappert die viertägige Fahrt organisiert.

Der Verein übernimmt die Kosten für die Bus. Die Teilnehmer tragen dann nur noch einen kleinen Beitrag für Unterkunft, Verpflegung und Eintrittsgelder, wie etwa den Besuch der Frauenkirche oder des DDR-Museums in Dresden. „Ohne die Unterstützung wäre das sonst  nicht möglich“, betont Schmidt.

Für den Verein gehört das Engagement zur Satzung. „Ich sehe es als ganz wichtig an, dass nicht nur meine Generation, sondern vor allem viele junge Menschen in unsere Partnerstadt fahren“, sagt die Vorsitzende Thea Jüttner. Vor Ort zu sein, Stadt und Leute kennen zu lernen – das sei ganz entscheidend. Dabei fände immer auch ein wenig Geschichts- und Politikunterricht statt: „Ich habe selbst erlebt, wie es ist, bespitzelt zu werden. So etwas darf sich nicht wiederholen.“

RöGy-Schüler Daniel Pilz (18) nahm bereits 2018 teil. Die Kombination aus Geschichte, Kultur und Austausch mache die Reise so attraktiv. Nachhaltig beeindruckt habe ihn die Führung eines ehemaligen Insassen durch das Stasi-Gefängnis in Dresden. Er hatte versucht, mit einem selbstgebauten Flugzeug aus der DDR zu fliehen und scheiterte. Ein Nachbau des Flugzeuges ist dort nun zu sehen. „Das war schon sehr emotional und nicht ganz einfach, dazu zu verarbeiten“, sagt Pilz.

Der Kontakt zu den Zeitzeugen oder auch die Einsicht in ehemalige Stasi-Unterlagen mache die Geschichte nahbarer, ergänzt Tabea Dehn (15). Sie fuhr im vergangenen Jahr mit. „Wenn man das nur in Geschichtsbüchern liest, ist das so weit weg. Das kann mich sich gar nicht richtig vorstellen“, erklärt sie den Unterschied. Für sie hätten sich offene Frage zum Geschehen in der DDR geklärt, ergänzt sie.

Eindruck hinterlassen hat bei Dina Abou-Rakha (16) das Panometer in Dresden. Dort erlebten die Schüler im Zeitraffer den Bombenangriff auf die Stadt im zweiten Weltkrieg aus der Vogelperspektive. Gerade die einzelnen Schicksalsschläge, die dort aufgeführt wurden, haben ihr gezeigt, „wie heftig“ es damals gewesen ist. Mitschülerin Pia Terfloth (15) fand zudem den Besuch im DDR-Museum interessant. Die intensive Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte habe ihr gut gefallen.

Auch in diesem Jahr wird wieder eine Gruppe von RöGy-Schüler nach Pirna fahren. Im Sommer steht zudem die Fahrt für Erwachsene an. Insgesamt 70 Plätze gibt es für die Reise vom 19. bis 26. Juli. Zwei Doppelzimmer sind noch frei.

Kontakt Thea Jüttner, Telefon 0 21 91/66 26 56 oder per E-Mail an thealennep@t-online.de.