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Remscheider Grüne gehen mit Spitzenduo in die Wahl

Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl : Remscheider Grüne gehen mit Spitzenduo in die Wahl

Ilka Brehmer und David Schichel führen die Partei in die Kommunalwahl. Die Kandidaten setzen nicht nur auf die klassischen Grünen-Themen. Im Wahlkampf sollen digitale Formate zum Einsatz kommen.

Die Grünen haben gewählt – coronakonform hat die Partei mit 35 wahlberechtigten Mitgliedern am Freitagabend in der Sophie-Scholl-Schule bei der Listenaufstellung über ihre Kandidaten für die Kommunalwahl abgestimmt. Als Spitzenduo treten Ilka Brehmer (Listenplatz 1) sowie David Schichel (2) an.

Brehmer hatte vor ihrem Umzug nach Remscheid bereits ein Kreistagsmandat in Unna. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören das Voranbringen der Digitalisierung von Schulen, der Gleichberechtigung sowie der Verkehrswende. „Familien sind auf Kante genäht“, betonte sie. Benachteiligt dadurch seien vor allem Frauen – wie die Coronakrise eindeutig gezeigt habe. Sie wolle sich für nachhaltige Wirtschaft und den Fairen Handel stark machen. Außerdem steht sie dafür, dass Land und Bund coronabedingte Schulden der Kommunen auffangen müssen.

Ratsmitglied Beatrice Schlieper (li.) und Kreisverbandssprecher Frank vom Scheidt bei der Aufstellungsversammlung. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

David Schichel, aktuell Ratsmitglied sowie Stellvertreter des Oberbürgermeisters, sieht seine Themenschwerpunkte in der Stadtentwicklung. Unter dem Stichwort Transformation müsse man die Stadt fit machen. Dazu brauche es weniger Raum für Autos und mehr Platz für Menschen sowie eines nutzbaren ÖPNV. Um den Wohnraumnotstand der Stadt zu bekämpfen, könne man nicht ständig auf der grünen Wiese bauen, merkte er mit Blick auf die Baupläne für die Knusthöhe in Lennep an. Statt-dessen solle mehr auf vorhandene Gebäudebestände zurückgegriffen werden, die nicht mehr adäquat sind.

Anders hingegen sei das bei der Umsetzung neuer Gewerbeflächen. In der Stadt gebe es keine Brachfläche, die eine entsprechende Größe bieten könne. Deshalb stehe er zu dem Ja für das Gewerbegebiet Gleisdreieck in Bergisch Born. Dies solle jedoch energieeffizient gestaltet werden. Jutta Velte, Listenplatz 3, steht vor allem für die Vielfältigkeit in der Stadt und den Kampf gegen strukturellem Rassismus.

Lars Jochimsen setze sich gegen Kreisverbandssprecher Frank vom Scheidt für Listenplatz 4 durch. Jochimsen möchte, dass Umweltschutz aus der Nischenposition rückt und in allen Belangen mitgedacht wird. Zudem müsse der Flächenverbrauch in der Stadt reduziert und mehr Entsiegelung stattfinden. „Klimaschutz fängt bei jedem einzelnen an“, betonte er. Susanne Fiedler (Listenplatz 5) möchte „erfahrbare Umweltpolitik für Bürger“ machen und den Co2-Ausstoß in der Stadt reduzieren.

Mit Vincent Amtmann (23) auf Listenplatz 6 hat die Partei einen Vertreter für die jüngere Generation gewählt. Er will frischen Wind in den Rat bringen und eine Stimme für die Jugend sein. Zudem engagiert er sich mit der Seebrücke für die Schicksale geflüchteter Menschen. Mit der Aufstellung der ersten sechs Listenplätze sieht Jutta Velte die wesentlichen Themen der Partei vertreten.

Die konkreten Wahlthemen werden auf der Versammlung am 26. Juni festgelegt. Dann entscheidet sich auch, ob es doch noch weitere Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters gibt. Bisher hat sich die Partei auf Burkhard Mast-Weisz als gemeinsamen Kandidaten mit SPD und FDP festgelegt, da er in vielen Punkten mit den Grünen übereinstimmt. Zum Ziel der Wahl gehört es, aktiv in die Wahlkreise zu gehen. Die Chancen auf ein hohes Wahlergebnis seien vor den Corona-Entwicklungen besser gewesen als jetzt, gibt Velte zu. Um die Wähler zu erreichen, arbeite man an digitalen Formaten.