Remscheider Feuerwehr bei Waldbrand gut gerüstet

Brandgefahr : Feuerwehr bei Waldbrand gut gerüstet

Mit Hilfe eines Netzes von Waldrettungspunkten findet das Waldbrandkommando schnell zum Einsatzort.

Der Wald hat keine Hausnummern. Wenn es brennt, weiß die Feuerwehr dennoch schnell Bescheid, wohin sie ihre Unimogs aus dem Jahr 1985 schicken muss. „Wir haben eine spezielle Waldkarte“, sagt Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan. Sie zeigt Wege und Abzweigungen auf, die mit einem Feuerwehrfahrzeug gut zu erreichen sind. Dabei hilft das Netz aus Waldrettungspunkten. „Jeder Einsatz hat für uns spezielle Herausforderungen“, sagt Eul-Jordan.

Bei der Berufsfeuerwehr gibt es ein eigenes Waldbrandkommando. Dazu zählen unter anderem zwei Unimogs, die extra für den Einsatz im Wald ausgerüstet sind. Sie sind im Gegensatz zu den großen Löschfahrzeugen kleiner und wendiger. Zudem haben sie leichtere Löschschläuche und Strahlrohre. Als Besonderheit führen die Unimogs außerdem sogenannte Feuerpatschen mit sich. Sie dienen zum Erstangriff, um ein weiteres Ausbreiten des Feuers zu verhindern. Im Wald gibt es nicht wie in den Wohngebieten alle 50 bis 100 Meter einen Hydranten. Das Wasser bringt die Feuerwehr selber mit. 3600 Liter haben die Unimogs geladen. Das reicht für den ersten Aufschlag. Danach kommt systematisch Nachschub.

Wer im Wald den Ausbruch eines Feuers entdeckt, findet auf Schildern an zentralen Wegpunkten eine vier- oder fünfstellige Nummer. Sie bezeichnet den Standort, der beim Anruf mit dem Handy der Feuerwehr in der Leitstelle durchgegeben werden kann. Alle Rettungspunkte sind im Rechner der Feuerwehr mit GPS-Daten exakt hinterlegt. Die Feuerwehr hat jeden Punkt angefahren, um den schnellsten Anfahrtsweg zu finden. Nicht jeder Fußweg im Wald taugt auch als Anfahrtsweg. Auf allen Schildern steht zudem eine Kennung für Remscheid. So ist sichergestellt, dass der Notruf an die Remscheider Feuerwehr weitergeleitet werden kann, wenn er bei den Wermelskirchener Kollegen aufschlägt.

Ohne die Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr funktioniert das Rettungssystem bei Waldbrand nicht. An vier strategisch wichtigen Punkten der Stadt stehen Löschtankfahrzeuge, die Wasser bringen können.

Feueranfällig sind besonders Schonungen mit Fichten. Deren Reisig sei leichter entzündlich als das Laub von Buchen und Eichen. Die Remscheider Forstwirtschaft hat schon seit geraumer Zeit sich auf den Klimawandel eingestellt. Die Fichte verschwindet zunehmend. „Wir haben inzwischen eine Quote von über 85 Prozent an Mischwald in Remscheid“, sagt Markus Wolff, Leiter des Remscheider Forstamtes. Mischwald sei überall dort, wo mindesten drei Baumarten zusammenstehen.

Wolff wünscht sich für den Sommer Dauerregen. Das könnte den angeschlagenen Wald nicht nur vor Bränden schützen, sondern viele Bäume vorm Absterben retten. Der für die nächsten Tage angekündigte Regen dringe nur leicht in die Bodenoberfläche. Die Bäume brauchen aber Feuchtigkeit in einer Tiefe von mindestens 1,20 Metern. „Die Wasserspeicher des Waldes sind leer“, sagt Wolff. Nach der Dürre im vorigen Jahr habe der Waldboden sich nicht wieder erholt. Viele Bäume verlören in diesen Tagen bereits ihre Blätter.

Nach Einschätzung von Eul-Jordan haben die Waldbrandeinsätze sich in den vergangenen Jahren nicht signifikant erhöht. Daher habe die Feuerwehr auch keine Bedenken, abendliche Feuerwerke bei Schützenfesten zu genehmigen.

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