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Spezialaktion zur "Earth Hour": Remscheider "Ausgehtour" setzt Zeichen für den Klimaschutz

Spezialaktion zur "Earth Hour" : Remscheider "Ausgehtour" setzt Zeichen für den Klimaschutz

Das der Stromverbrauch trotz Hochbetrieb zurückgeschraubt werden kann, bewiesen am Samstag Kneipen und Restaurants der Innenstadt. Mehrere hundert Menschen schauten sich das besondere, verdunkelte Ambiente an und genossen Live-Musik bei freiem Eintritt.

Die Eventagentur "378meter.de" und der Klima-Allianz Remscheid hatten die Aktion im Rahmen der weltweiten "Earth Hour" organisiert.

Ausgerechnet diejenigen, die für ein schönes Ambiente sowie in Küche und Servicebereich bekanntlich viel Strom benötigen, gingen mit bestem Beispiel voran. Im Remscheider Bräu, im Il Salento und in der Erlebbar etwa, war es ziemlich düster, dafür aber auch sehr voll. Während im Bräu Gustavo Filipe bei Kerzenschein spielte und die Küche bewusst kalt blieb, speisten im Il Salento die Paare romantisch im Kerzenschein. Und in der Erlebbar gegenüber nahmen Servicekräfte in der Szenekneipe die Bestellungen der zahlreichen Gäste mit batteriebetriebener Stirnlampe entgegen.

Miró, das Andalucía und Rack'n Roll konnten auf nicht ganz so viel Strom verzichten, Küche und Billardtische brauchten für ihren Betrieb weiterhin Saft aus der Steckdose. Und die Musiker spielten mit Verstärkern gegen die Lautstärke der sich unterhaltenden Gäste an.

Auch Bar-Beya, die Saxo Bar und das U103 beteiligten sich an der Aktion. Während im Miró das Duo "Me & Mr. B" mit Pop- und Rock-Covern glänzte, unterhielt im Rack die Düsseldorfer Kultformation "Ton3". Allein aus Sicherheitsgründen, sagte Rack-Inhaber Maximilian Süss, "können wir nicht komplett auf Strom verzichten. Aber das ist schon mal ein Anfang und eine echt gute Aktion." Viele Gäste hätten sich bei ihm über die Ausgehtour erkundigt. "Eine solch öffentliche Aktion führt dazu, dass sich die Leute mit dem Thema befassen, zumindest kurz darüber nachdenken."

Bei den Besuchern kam die Aktion jedenfalls gut an, obwohl die meisten von ihnen zugaben, wenig bis überhaupt nicht an ihren Stromverbrauch zu denken. "Ich bin bemüht, nicht so viel Strom zu verbrauchen", sagte Miró-Besucherin Ingrid Orbach. Der Abend gefiel ihr sehr gut. Auch die Freundinnen Laura, Jacky, Carina und Sandy hatten in der Erlebbar Spaß: "Ich finde es sehr gemütlich", befand Laura (24). "Eine sehr coole Aktion", sagte Sandy, die verriet, sich zuhause keine Gedanken über ihren Stromverbrauch zu machen.

Das spornt Initiator Christoph Imber weiter an, langfristig auf die Ausgehtour zu setzen. Damit die Leute ein größeres Bewusstsein für den Klimaschutz zu entwickeln.

(RP)