Remscheid: Zukunft des Sportplatzes in Neuenkamp bleibt ungeklärt

Sportausschusssitzung : Zukunft in Neuenkamp bleibt ungeklärt

Im Sportausschuss können sich die Parteien auch nach zweistündiger Diskussion nicht auf einen Kurs im Umgang mit der von der Stadt gepachteten Sportfläche einigen. Dem RSV als Besitzer der Anlage kommt eine Schlüsselrolle zu.

Zwei Stunden wurde am Mittwochabend intensiv im Sportausschuss diskutiert – die Zukunft der Sportanlage Neuenkamp bleibt aber unklar. Denn der Antrag von SPD, Grünen, FDP und Wählergemeinschaft, wonach die Sportverwaltung in Gesprächen mit dem BV 10 als Nutzer der Platzes an anderer Stelle nach einer neuen sportlichen Heimat für den Verein suchen soll, wurde mit den Stimmen von CDU, Linken und des in diesem Gremium stimmberechtigten Sportbundes ausgebremst.

Letztere wollen, dass die Stadt die Sportanlage vom Remscheider SV als Grundstücksbesitzer kauft und in einen Kunstrasenplatz umwandelt. Notfalls solle die Stadt dafür Geld aus der Schulpauschale verwenden, schlug CDU-Fraktionschef Jens Nettekoven vor. Die Stadt könne es sich nicht erlauben, Sportflächen zu verlieren. Müsse der BV 10 in einen anderen Stadtteil umziehen, wäre das sein „Todesurteil“, sagte der Ausschussvorsitzende Markus Kötter (CDU)

Klare Symbolik im Sportausschuss. Der BV 10 fürchtet um seine Existenz. Foto: Henning Röser

Sportbund-Geschäftsführerin Daniela Hannemann betonte, dass hier in Kombination mit der angrenzenden Sporthalle ein Sportzentrum für den Stadtteil entstehen könnte. Nettekoven schlug vor, per politischem Beschluss für die Fläche ausschließlich eine sportliche Nutzung festzuschreiben. Damit will er den RSV dazu bewegen, die Anlage zu einem deutlich niedrigeren Preis zu verkaufen. Hintergrund: Auf 540.000 Euro hat die Stadt den Wert des Grundstückes als Sportfläche taxiert, der RSV aber geht von einem möglichen Erlös von 3,6 Millionen aus – wenn man das Gelände gewerblich vermarktet.

Das Streitobjekt: Noch trainiert und spielt der BV 10 auf der Sportanlage Neuenkamp. Doch der Remscheider SV hat den Pachtvertrag gekündigt. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Eine solche Veränderungssperre, wie Nettekoven sie fordere, bedeute eine „Geiselhaft“ für den RSV, sagte David Schichel (Grüne). Man könne dem Verein nicht vorschreiben, was er mit seinem Eigentum mache, stimmte die SPD-Vorsitzende Christine Krupp zu. Schichel warf der CDU vor, teure Forderungen zu formulieren, ohne zu sagen, wo das Geld dafür herkommen soll. Das sei unredlich. Der Vorschlag Nettekovens, Geld bei den Schulen abzuknapsen, sei abwegig. Auch der CDU sei bekannt, das hier in den kommenden Jahren Millioneninvestitionen nötig seien. Wer politische Verantwortung übernehme, müsse auch bereit sein, schwierige Entscheidungen zu treffen.

Ina Garweg (Wählergemeinschaft) erklärte, dass der Antrag der Ratsmehrheit auch eine Reaktion auf die Kündigung des Pachtvertrages für den Platz durch den Inhaber RSV sei. Man wolle den BV 10 nicht aus Neuenkamp vertreiben, müsse aber eine neue Heimat finden, weil die Zeit dränge.

RSV-Vorstand Hartmut Bau verfolgte die Diskussion auf den Besucherreihen des Lüttringhauser Rathauses. Er konnte heraushören, dass ein Schlüssel für die Zukunft des BV 10 und der Sportanlage Neuenkamp bei seinem Verein liegt. Denn auch Schichel machte klar, dass eine deutlich reduzierter Kaufpreisforderung des RSV Bewegung ins Thema bringen könnte.

Begleitet wurde die Sitzung von Protesten von Mitgliedern des BV 10 sowie Eltern und Kindern der Kita Ahörchen sowie der Grundschule Walther-Hartmann. Sie wollen, dass der Sportplatz erhalten bleibt.