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Remscheid: Zukunft beginnt im Gründerquartier

Wirtschaft in Remscheid : Zukunft beginnt im Gründerquartier

Mit einem alten Fabrikgebäude in der Hindenburgstraße 6a bis 10a hat der Verein Gründerschmiede ein Haus für junge Unternehmer gefunden, die an digitalen Lösungen arbeiten. Im Herbst sollen die Räume hergerichtet sein.

Das neue Gründerquartier liegt im Hinterhof an der Hindenburgstraße. Es ist in einem alten Fabrikgebäude auf einer Fläche von 550 Quadratmetern untergebracht. Hinzukommen Garagen, eine Häuserzeile mit Wohnungen sowie die Option, das Kulturzentrum POM zu einem späteren Zeitpunkt in die Nutzung mit einzubeziehen. Im Herbst soll es eröffnen. Das gemietete Objekt betreibt der Verein Gründerschmiede. Geschäftsführer Christoph Imber bezeichnete die Verwirklichung des Gründerquartiers als das wichtigste Wirtschaftsprojekt des Jahres in Remscheid.

In der Hindenburgstraße 6a bis 10a sollen die Remscheider Unternehmen der Zukunft entstehen. Junge Unternehmer erhalten die Möglichkeit, von der Idee für ein Produkt bis zur Marktreife alles an einem Ort zu verwirklichen. Es bestehen 15 flexible Arbeits- und Büroräume. Zwölf von ihnen sind bereits gebucht. Die Miete kostet monatlich 49 Euro. In drei Besprechungsräumen gibt es die Möglichkeit, sich auszutauschen mit den anderen Mietern. Zu den wesentlichen Ideen dieser Zukunftswerkstatt gehört das Netzwerken. Im Austausch mit anderen findet man leichter Lösungen für die Produktideen als alleine.

Neben der Gelegenheit zur Zusammenarbeit gibt es ein großes Beratungs- und Coachingangebot, um die Start-Up-Unternehmer vor vermeidbaren Anfängerfehlern zu schützen. Die Gründerschmiede bietet einen Fahrplan, wie man von der Idee zum marktreifen Produkt kommt. Die Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe (FGW) schickt junge Wissenschaftler, die durch den Dschungel für Anträge nach Fördermitteln helfen können. Die Sparkasse zieht mit einem Büro ein, im dem über die Finanzierung des Business-Planes nachgedacht wird. Und welche Rechtsform geeignet ist und welche Steuern zu bezahlen sind, darüber informiert das Büro Hübenthal & Partner.

Und auch die bergische Industrie- und Handelskammer will mit ihren Experten mit Rat und Tat zur Seite stehen. 200.000 Euro an Fördermitteln vom Bund bekommt das Gründerquartier. 20 Prozent Eigenmittel musste der Verein aufbringen. Das Geld soll in erster Linie für die Instandsetzung und den Umbau des Gebäudes eingesetzt werden. Es soll aber weiter den Charme des Unfertigen und Vorläufigen haben, betont Imber. Der Geschäftsplan der Gründerschmiede sieht vor, nach der Anschubfinanzierung wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen. „Wir werden später niemals abhängig sein von irgendwelchen Fördergeldern“, sagte Imber.

Die jungen Unternehmer arbeiten in erster Linie an digitalen Lösungen. Aber im Gründerquartier wird auch der Bogen zum Handwerk geschlagen. Nicole Haas von der Gründerschmiede verschafft sich einen Überblick über die Manufakturen. Das sind Geschäftsleute, die meist alleine in Hinterzimmern an Produkten basteln. Auch für diese Manufakturen will das Gründerquartier ein Partner sein.

Wer Unterstützung zum Beispiel im Marketing brauche, der könne die Kompetenz an der Hindenburgstraße nutzen. Entspannt beim Bierchen oder einer Tasse Kaffee zu plaudern, gehört mit zum kreativen Prozess. Daher gibt es zur ErlebBar vom Hinterhof aus bald einen direkten Zugang.