Remscheid: Ziel: Mehr Mobilität aus der Steckdose

Klimafreundlichkeit in Remscheid : Ziel: Mehr Mobilität aus der Steckdose

Zum Erreichen einer klimafreundlichen Mobilität setzt die Stadt auf mehr Elektromobilität in Remscheid. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur sind die EWR erster Ansprechpartner. Zahl der Elektroautos nimmt langsam zu.

„Der Einsatz alternativer und innovativer Antriebe hat sich bei allen Verkehrsmitteln durchgesetzt.“ Von diesem im „Leitbild für eine klimafreundliche Stadt“ formulierten Ziel ist Remscheid beim Autoverkehr noch weit entfernt.

Doch es tut sich was. Waren 2017 in der Seestadt auf dem Berge gerade mal 25 Elektroautos angemeldet, so sind es aktuell 61, wie die Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes zeigen. Auch die Zahl der Hybrid-Fahrzeuge, die mit Strom und Benzin angetrieben werden, ist von 184 auf 444 deutlich angestiegen.

„Im vergangenen halben Jahr ist Bewegung in das Thema gekommen“, sagt Klaus Günther-Blombach, Geschäftsbereichsleiter Markt & Vertrieb bei den EWR. Die unter anderem durch die „Fridays for Future“-Demonstrationen forcierte öffentliche Klimadiskussion führt zu mehr Kundenanfragen. Die EWR als Stromanbieter sehen ihre Rolle hier auch als Dienstleister. Sie beraten die Kunden bei der Auswahl der richtigen Ladestation, helfen bei Förderprogrammen und bei der Installation von sogenannten Wallboxen durch Zusammenarbeit mit dem örtlichen Handwerk. Anfragen kommen auch vermehrt von Architekten, die bei Neubauprojekten die Ladeplätze gleich mit einplanen, berichtet Mike Giera, Leiter des Geschäftsbereichs Netze bei den EWR.

Dahinter steckt die Erkenntnis, dass sich der Ladevorgang für Elektroautos langfristig auf zwei Orte konzentrieren wird, den Wohnort oder die Arbeitsstelle. Denn obwohl durch die technische Entwicklung die Ladevorgänge schneller geworden sind, dauert ein Tankvorgang mit einem E-Auto immer noch deutlich länger als bei einem Verbrenner. Also macht es Sinn, jene Phasen zum Laden zu nutzen, in denen das Auto länger geparkt wird.

Gleichwohl bauen die EWR in Abstimmung mit der Stadtverwaltung auch das Ladenetz im öffentlichen Raum weiter aus. Aktuell gibt es fünf öffentliche Ladesäulen der EWR in der Stadt. Bis Ende des Jahres sollen es acht mit dann insgesamt 16 Ladepunkten sein, sagt Günther-Blombach. Unter anderem wird die Zahl der Anschlüsse in der Tiefgarage am Rathaus auf vier verdoppelt.

Wie langfristig die richtige Strategie bei Versorgung und Verteilung der Ladestationen in den Stadtbezirken aussehen soll, dieser Frage geht die Stadt bald mit externer Hilfe nach. Wie Umweltmanagerin Nicole Schulte berichtet, hat die Stadt den Zuschlag für die finanzielle Förderung eines Lade-Infrastuktur-Konzeptes erhalten.

Sicher ist: Das Handy spielt bei diesem Thema eine große Rolle. Eine App zeigt dem Kunden an, wo in der Stadt ein Ladepunkt frei ist. Ziel werde es sein, die Angebote verschiedener Anbieter zu vernetzen, sagt Günther-Blombach. Der Fahrer eines Elektroautos will auf einen Blick wissen, wo er tanken kann – auch dann, wenn er Remscheid verlässt.

Im Parkhaus unter dem Rathausplatz betreiben die EWR eine Elektro- tankstelle. Foto: Henning Röser. Foto: Röser, Henning

Vermehrt auf Elektromobilität setzen die Malerwerkstätten Epe. Schon länger nutzt Firmenchef Sebastian Epe bei Kundenfahrten einen elektronisch angetriebenen BMW i3. Nun haben die Epes auch einen Transporter für ihre Mitarbeiter bestellt. Dafür reichten die vorhandenen Lademöglichkeiten nicht mehr aus. Bei der Auswahl und Installation halfen die EWR. Das Besondere dabei: Den Treibstoff für ihre beiden „Stromer“ erzeugen die Epes zum Teil selber – mit der Solaranlage, die schon 2013 auf dem Dach des Firmensitzes installiert wurde. Sie zahlt sich jetzt noch mehr aus.

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