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Remscheid: Zeugen schildern Details im Vergewaltigungsprozess

Remscheider vor Gericht : Zeugen schildern Details im Vergewaltigungsprozess

Im Fall des 45-jährigen Remscheiders, der vor bald fünf Jahren in der damaligen Wohnung in Burgdorf seine damals 15-jährige Tochter vergewaltigt haben soll, war die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

Die damals an der Verhaftung in der Westkotter Straße in Wuppertal-Barmen beteiligten Beamten steuerten weitere Einzelheiten bei.

Danach sei am ersten Weihnachtstag 2015 Alarm gegeben worden wegen „häuslicher Gewalt“. Aufgrund der aus anderen Fällen bekannten hoch aggressiven Gewalttätigkeit und der militärischen Ausbildung des früheren Scharfschützen waren die Polizisten in Kolonne nach einem Plan ausgerückt, der sonst bei Geiselnahmen angewendet wird. Der Angeklagte, gerade vom Hundespaziergang zurück, ließ sich aber ohne Gegenwehr verhaften.

Auffällig waren Platzwunden am Kopf der eigentlich friedlichen Tiere, angeblich von einer Beißerei untereinander, die der Angeklagte nach den Aussagen aber durch Würfe mit einem Stuhl und einer Eisenstange verursacht haben soll. Mit Schlägen, Ohrfeigen und dem Wurf von scharfen Gegenständen habe er die Familie gequält. Aufgrund seiner Schizophrenie seit früher Jugend sei das Verhalten unberechenbar gewesen. Das Ausgießen und Anzünden von Benzin auf dem Tisch sei eine Sache gewesen. Einer Eidechse, Haustier der jüngeren Tochter, habe er mit einer Machete den Kopf abgeschlagen. Die sollte dann auch den Kadaver entsorgen.

Mehr durch Zufall wurde einer nachfragenden Beamtin im Krankenhaus klar, dass hinter der „häuslichen Gewalt“ mehr verborgen gewesen sei. Der Vater habe die Tochter für seine Freundin gehalten, er habe sie heiraten und ein Kind mit ihr haben wollen. Sexuelle Übergriffe, wenn die Mutter aus dem Haus war, obszöne Beschimpfungen und aggressive Eifersucht auf ihren bald doppelt so alten Freund sollen dann zu ihrer Vergewaltigung im März 2015 geführt haben. Das Familienleben sei so unerträglich gewesen, dass sie Rauschmittel genommen habe, um das zu ertragen. Amphetamintabletten des auch Valium und Marihuana nehmenden Vaters hätten überall herumgelegen.

Über die Schuldfähigkeit des Angeklagten muss noch entschieden werden.