Remscheid zeigt sich als Kulturstadt

Nacht der Kultur : Remscheid zeigt sich als Kulturstadt

75 Veranstalter machen am Samstag bei der „Nacht der Kultur“ mit. Die Busse der Stadtwerke transportieren die Besucher ab 17 Uhr kostenlos zu den Stadtteilen. 10.000 Programmhefte liegen aus.

Das Programm für die „Nacht der Kultur“ am Samstag umfasst so viele Veranstaltungen, dass es einigermaßen schwerfällt, sich zurechtzufinden. Jeder in Remscheid, der in irgendeine Richtung kreativ tätig ist, hat sich auch in diesem Jahr gemeldet. Über hundert Kulturschaffende hat Andreas Meike vom Stadtmarketing ins Programmheft aufgenommen. 75 Orte bieten in dieser Nacht Kultur Veranstaltungen an. Ab Donnerstag stehen sogenannte Aufsteller vor den Türen, die auf die Veranstaltung hinweisen. Es machen Profis wie die Bergischen Symphoniker mit, aber auch Laien, die Spaß an der Präsentation von etwas haben, das ihnen wichtig ist. Die Kulturnacht versteht sich nicht als Leistungsshow. Jeder, der wollte, kann an diesem Fest teilnehmen, das zum vierzehnten Mal stattfindet und ohne das Sponsoring durch die Firma Vaillant finanziell nicht zu stemmen wäre.

Die Route durch die „Nacht der Kultur“, die sich auf die Stadtbezirke Innenstadt, Hasten, Lennep und Lüttringhausen konzentriert, aber auch den Honsberg integriert, puzzelt sich jeder nach Belieben selber zusammen. Dazu stellt die Stadt verschiedene Informationsmaterialien zur Verfügung. Neben dem klassischen Programmheft (10.000 Stück) in gedruckter Form, kann sich der Besucher auch über eine App und die Internetseite der Stadt informieren. Was? Wann? Wo? – diese drei Fragen beantworten die Info-Materialien benutzerfreundlich. In diesem Jahr gibt es einen besonderen Service durch die Stadtwerke. Während der Nacht der Kultur können die Besucher kostenfrei Busfahren. Von 17 Uhr an bis nach Mitternacht.

Es gibt Veranstaltungsorte, die man nicht direkt auf Anhieb mit Kultur in Verbindung bringt. Zum Beispiel das Altenheim Haus Clarenbach an der Remscheider Straße in Lüttringhausen. Für Klaus Brombach, zweiter Vorsitzender des Vereins Haus Clarenbach, sind Menschen für Menschen am interessantesten. So gibt es im Altenheim zum ersten Mal die Lütterkusener Couchgespräche mit vier Persönlichkeiten aus dem „Dorp“: Katja Grafweg, Leiterin der JVA Remscheid, Christiane Karthaus, Vorsitzende des Heimatbundes, Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller und Dr. Manfred Diederichs von Dirostahl. Auch die Hastener Altenhilfe präsentiert sich als ein Ort der Kultur. Dort gibt es keinen Gesprächskreis. Unter dem Motto „Wir bleiben kreativ“ wird mit verschiedenen Materialien gemalt und gewerkelt. Etwas lauter geht es zu bei der Party im Löf an der Theodor-Körner-Straße. Die Kneipe ist zum ersten Mal mit dabei. Uwe Rapp lässt die alten Zeiten des ZackZack-Plattenladens auferstehen. Zunächst verwandelt sich die Eventkneipe in eine Plattenbörse. Am Abend steht Rapp als DJ an den Plattenspielern.

Kontemplation und Besinnung finden all jene, die den Neuen Lindenhof besuchen. Ein Schwimmbecken steht im großen Saal. Dort schwimmen über 50 handgefertigte Schüsseln mit „Werte-Begriffen“ beschriftet vor sich hin. Sie stammen von Menschen unterschiedlicher Herkunft und verschiedenen Alters, die die Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck unterstützt hat. „Hier kann jeder zu sich finden“, sagt sie. Als Ort ohne Programm präsentiert sich diesmal der Theodor- Heuss-Platz. Scheinwerfer tauchen den Platz und das Rathaus in blaues Licht. Die Besucher sollen nicht durch ein „schwarzes Loch“ gehen müssen, wenn sie den Veranstaltungsort wechseln.