Remscheid: Zahl der Altenheimplätze ist gestiegen

Pflege in Remscheid : Zahl der Altenheimplätze ist gestiegen

In Remscheid steigt die Zahl der Altenheimplätze. Derzeit finden in den 15 Häusern 1170 Bewohner Platz. 2015 waren es noch 1054. Damit sei der Bedarf im Moment weitgehend abgedeckt, heißt es.

Durch neue Einrichtungen, etwa an der Königstraße und in Lüttringhausen, ist die Zahl der Altenheimplätze in Remscheid gestiegen. Aktuell finden in den 15 Häusern 1170 Bewohner Platz. 2015 waren es noch 1054. Damit sei der Bedarf momentan weitgehend abgedeckt, berichtet der zuständige Rathausmitarbeiter Thomas Köppchen, der sich um die Altenhilfeplanung kümmert.

Aus dem Vollen kann Andrea Wild von der städtischen Pflegeberatung dennoch nicht schöpfen, wenn sich Interessenten an sie wenden. „In der letzten Woche lag mir ein freier Platz im Pflegeheim vor. Derzeit habe ich keinen auf meiner Liste, wobei sich auch nicht alle Einrichtungen bei mir melden. Viele führen eigene Wartelisten.“

Andrea Wild kümmert sich in der Anlaufstelle Alleestraße 66 um Menschen, die häufig in akuter seelischer Not sind. Denn: Oftmals wird ein naher Angehöriger quasi über Nacht zum akuten Pflegefall – etwa nach einem Gehirnschlag. Die Betroffenen stehen dann vor der Frage, wie sie die Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt regeln sollen. Dazu kommt zum Beispiel die Kurzzeitpflege von vier bis maximal acht Wochen infrage, die in zahlreichen Einrichtungen vorgehalten wird. Bis zu 91 Plätze stehen dafür in Remscheid zur Verfügung.

Andrea Wild gibt Interessenten eine Liste mit. Sie zeigt auf, welche finanziellen Unterstützungen es aus der Pflegekasse gibt und welches Heim noch Kapazitäten hat. „Eine Vermittlung nehme ich aber nicht vor. Die Ratsuchenden sollen entscheiden, in welcher Reihenfolge sie die Einrichtungen kontaktieren“, hebt die Pflegeberaterin hervor, die sich zuletzt um bis zu
165 Ratsuchende pro Monat kümmerte. Sie ist derzeit als Halbtagskraft die einzige Mitarbeiterin der Pflegeberatung, eine zweite Stelle soll neu besetzt werden.

Ihr Themenspektrum ist breit gefächert und reicht von Fragen zur häuslichen Pflege bis hin zur Finanzierung von Hilfsangeboten, die von der Pflegekasse übernommen werden kann. Denn nach wie vor gilt: ambulant vor stationär. Ältere Menschen sollen so lange wie möglich selbstbestimmt in ihren eigenen vier Wänden leben können. „Rund drei Viertel der Pflegebedürftigen werden in Remscheid von Angehörigen betreut. Das ist im Vergleich zu anderen Großstädten ein hoher Wert“, berichtet Thomas Köppchen.

Zuweilen kann Andrea Wild mit Informationen Angehörige ermutigen, es weiter mit der häuslichen Pflege zu versuchen, auch wenn gesundheitliche Probleme hinzugekommen sind. Denn es gibt vielfältige Unterstützungen – vom Essen auf Rädern bis hin zum Notfallknopf, der sich im Ernstfall bedienen lässt. Wenn er betätigt wird, eilen Helfer herbei.

Auch dies könne Angehörige entlasten, die oftmals in dauernder Sorge leben. Zudem empfiehlt Thomas Köppchen, die vielfältigen Tagespflege-Angebote in der Seestadt auf dem Berge zu nutzen, die sich an ältere Menschen richten. Durch Freizeitaktivitäten erhalten sie etwa soziale Kontakte, während die pflegenden Angehörigen durchatmen können.

Ende des Jahres will Köppchen mit den Einrichtungen Bilanz ziehen, wie sich ihre Belegungsquote entwickelt hat, um abzuleiten, ob weitere Heime in Remscheid notwendig sind. Denn eines stehe auch fest: Zu viele freie Plätze dürfe es in den Häusern nicht geben. „Denn dann sind sie irgendwann nicht mehr wirtschaftlich.“ So gelte es, ein passgenaues Angebot vorzuhalten.

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