Remscheid: Wochenmarkt weicht Eisbahn

Remscheider Innenstadt : Wochenmarkt weicht Eisbahn

Im November zieht der Wochenmarkt auf die Alleestraße. Die Meinungen darüber gehen auseinander.

Weil die große Eisbahn auf dem Theodor-Heuss-Platz aufgebaut wird, zieht der Remscheider Wochenmarkt in der ersten Novemberwoche auf die Alleestraße. Ob das gut oder schlecht für sie und die Kunden ist, darüber gehen die Meinungen der Marktbeschicker auseinander.

„Positiv ist, dass wir auf der Alleestraße mehr Kunden ansprechen. Negativ ist aber der Wechsel von diesem zum nächsten Standort. Und ein Platz ist immer auch ein Treffpunkt. Was also unter dem Strich besser ist, ich weiß es nicht“, so sieht es der Landwirt Friedhelm Appenrath. Die Situation für Bauern sei ja ohnehin alles andere als gut. „Meine Kollegen haben gerade protestiert. Zu Recht. Denn es kann ja nicht sein, dass beispielsweise Abkommen mit Südamerika zustande kommen und Fleisch von dort, wo Gentechnik eingesetzt wird, zu Preisen hierher kommt, mit denen wir nicht konkurrieren können.“

Sven Knof, der mit Pflanzen aus seinem Gartenbaubetrieb auf dem Markt steht, findet den Umzug unmöglich: „Uns bringt es einen finanziellen Verlust. Und bei den vielen Leerständen auf der Alleestraße ist das auch für unsere Kunden nicht schön. Warum können Eisbahn und Markt nicht kombiniert werden.“

„Da sind die Meinungen unter uns geteilt. Wir finden es nicht gut, wir verkaufen da schlechter“, befürchtet Heidi Nägel vom Stand Schmitthaus aus Burscheid. Dazu komme, dass sie einen schlechten Platz zugewiesen bekommen hätten: „Wir stehen ganz am Ende vor Böcker. Danach kommt dann nichts mehr.“ Dieter Schulz vom Geflügelhof Müller aus Burscheid, der Eier und Äpfel verkauft, sieht das anders: „Wir haben nichts dagegen. Wir verkaufen gut da. Es kommt dann auch mal Laufkundschaft, Menschen, die wir hier sonst nicht haben.“

Am Reibekuchenstand ist man überzeugt, dass ein Wochenmarkt unbedingt in die Fußgängerzone gehört. „Da würde es für uns alle besser laufen. Hier sterben uns doch die Leute weg, aber auf der Alleestraße habe ich Kunden, die ich hier auf dem Marktplatz noch nie gesehen habe. Der Markt auf der Einkaufsstraße wirkt doch viel attraktiver“, glaubt Beate Kötter.

Sie gibt dem Wochenmarkt in der jetzigen Verfassung keine große Chance mehr: „Wenn hier nicht bald etwas passiert, sieht es mau aus.“ „Der Umzug kommt in jedem Fall 14 Tage zu früh“, ist Obst- und Gemüsehändler Hans-Wilhelm Wiese überzeugt. Vier oder fünf Wochen machten das die Kunden mit, nicht länger. Der Weg von der Alleestraße zum Parkhaus sei zu weit, wenn man mit schweren Taschen zum Auto gehen müsse. „Das ist für die Kunden zu umständlich, da geht uns viel verloren“, sagt er. Die Aktion an sich findet er hingegen gut: „Besser als damals, als man uns auf den Schützenplatz geschickt hat. Aber der Platz vor dem Teo Otto Theater, den finde ich als Ausweichplatz am besten. Da war es gemütlich. Aber das hat wohl die ISG Alleestraße blockiert.“

Eine Marktbeschickerin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, weil sie Ärger mit der Stadt befürchtet, ärgert sich, dass der Umzug zur Alleestraße Jahr für Jahr früher kommt. „Die Marktverlagerung tut uns allen nicht gut. Gucken Sie sich doch mal um, wie leer es auf dem Platz geworden ist. Hier ist mal mit 65 Ständen begonnen worden. Die Alleestraße ist die beste Alternative, weil wir wegmüssen. Wollen tun wir es wohl alle nicht“, ist sie überzeugt.

„Wenn der Wochenmarkt schon umziehen muss, dann fände ich den Platz vor dem Theater als Ausweichort am schönsten“, sagt Petra Ebinghaus, die regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkauft.