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Remscheid: Wirtschaft begrüßt Fachhochschule

Bildung : Wirtschaft begrüßt Fachhochschule

Heimische Unternehmen wollen sich am Standort in Honsberg als Partner aktiv einbringen.

Die Pläne der Stadt Remscheid, auf dem Honsberg einen Hochschulstandort der Rheinischen Fachhochschule (RFH) Köln ab dem Wintersemester 2019 / 2020 zu etablieren, erhalten Rückenwind. Auf einer Informationsveranstaltung im Stadtteilzentrum Lindenhof erklärten am Montagabend 40 Vertreter der Firmen Oerlikon, Hazet und Schumacher Precision Tools, dass sie mit der RFH zusammenarbeiten wollen. Für die Stadtwerke Remscheid sagte Geschäftsführer Thomas Hoffmann, dass auch sein Unternehmen sich durch das Angebot, bald einen Studienort in Remscheid zu haben, angesprochen fühlt.

Vertreter der 40 größten Remscheider Firmen hatte die Stadt eingeladen. Es ging zum Einen darum, das Profil der RFH noch einmal vorzustellen. Zugleich aber wollten Stadt und Hochschule sondieren, wie das neue Angebot bei der Zielgruppe ankommt, für die es gedacht ist: die heimische Wirtschaft. Oberbürgermeister Burkhard Mast (SPD) zeigte sich gestern auf Nachfrage unserer Zeitung zufrieden mit der Resonanz. „Es war ein erfolgreicher Abend.“ Insgesamt gebe es bislang „zwei Hände voll großer Unternehmen, die großes Interesse an einer Zusammenarbeit“ mit der Hochschule haben.

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Starten soll die Hochschule im kommenden Jahr. Ziel sei, dass das als Standort vorgesehene Gebäude der früheren Grundschule Honsberg „in vier bis fünf Jahren voll ist“, sagte der OB. Das Projekt müsse wachsen. Aktuell richtet die Stadt das Erdgeschoss der Schule für den Studien-Betrieb her. In seiner Begrüßung hatte der OB klar gemacht, dass die Stadt mehrere Ziele mit dem Projekt verfolge. So soll dem von vielen Unternehmen beklagten Fachkräftemangel vor Ort entgegengewirkt werden. Und das möglichst mit jungen Menschen aus Remscheid und dem Bergischen Land, die nun nicht mehr aus der Region wegziehen müssen, um zu studieren. Das erhöhe die Chance, dass sie nach der Ausbildung hier bleiben.

Professor Dr. Alexander Pollack von der RFH lud die anwesenden Firmen ein, sich bei der inhaltlichen Ausrichtung der Studiengänge einzubringen. Es sei Philosophie der RFH, sich nah an den Bedürfnissen der Wirtschaft auszurichten. Dazu gehört auch, dass die Studenten sehr früh praxisorientiert arbeiten. Dafür brauche die Hochschule Partner vor Ort — sei es für Praktika oder aber als Partner für duale Studiengänge. Zielgruppe der 1958 in Köln gegründeten Fachhochschule sind auch Menschen, die ein Studium zunächst nicht für sich als Option gesehen haben, in einem Unternehmen arbeiten und jetzt die „zweite Chance“ dazu ergreifen wollen.

Der neue Hochschulstandort soll perspektivisch auch Studenten von außerhalb nach Remscheid locken, den Stadtteil verändern. Hans-Jürgen Behrendt, Geschäftsführer der Gewag, berichtete, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft mit der heimischen Wirtschaft zusammen Modelle für studentische Wohnangebote am Honsberg entwickeln möchte. Vieles sei dort möglich.