Remscheid will 150 neue Kita-Plätze schaffen

150 zusätzliche Plätze in Remscheid : Kitas rücken für Fünfjährige zusammen

Trotz aller Bemühungen der Stadt beim Bau neuer Einrichtungen passen Angebot und Nachfrage beim Thema Kindergarten-Plätze (noch) nicht zusammen. Um kurzfristig zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder im Vorschulalter zu schaffen, gehen Stadt und freie Träger neue Wege.

Zum Start des kommenden Kindergartenjahres 2020/21, das im Sommer beginnt, sollen durch eine befristete Überbelegung insgesamt 150 weitere Plätze geschaffen werden. Das berichtet der Leiter des Jugendamtes, Egbert Willecke, im BM-Gespräch und ergänzt: „Das entspricht zwei zusätzlichen Kitas.“

Das Angebot richtet sich an eine spezielle Zielgruppe: an „Kinder in kritischen Situationen“. Gemeint sind damit Fünfjährige, die entweder einen besonderen Sprachförderbedarf haben oder aber in familiären Notsituationen leben. Ihnen soll die Möglichkeit gegeben werden, vor dem Wechsel in die Grundschule zumindest noch ein Jahr in einer Kita-Gruppe zu verbringen. „Kinder lernen viel von Kindern“, sagt Willecke.

80 der zusätzlichen Plätze sollen in den 20 städtischen Kindertagesstätten zur Verfügung gestellt werden, weitere 70 in den 40 Kitas der freien Träger. Der Leiter des Jugendamtes ist dankbar dafür, dass diese mithelfen, um die Situation zu entspannen. Ihm sei bewusst, dass dies eine erheblich höhere Arbeitsbelastung für die Erzieher bedeute. Das Paket zeige, wie gut die Zusammenarbeit in Remscheid funktioniere. Willecke stellt aber auch klar; „Das darf keine Dauerlösung sein.“

Für die dadurch entstehenden zusätzlichen Kosten und den zusätzlichen Aufwand sollen die Kitas in freier Trägerschaft einmalig eine Pauschalzahlung von 500 Euro erhalten. Diesen Ausgaben in Höhe von insgesamt 35.000 Euro muss der Rat noch zustimmen, zuvor sollen die Fachausschüsse eine entsprechende Empfehlung abgeben.

Rein technisch ist geplant, dass die Kitas im Anmeldeverfahren für das kommende Kita-Jahr zunächst die Regelplätze besetzen. Die Überbelegungen für die fünfjährigen Kindern sollen dann im Anschluss in Absprache mit dem Jugendamt abgestimmt werden. Über das von allen Einrichtungen genutzte Online-Anmeldeverfahren „Little Bird“ ist ein Abgleich möglich.

Als erstes Gremium des Rates wird morgen der Jugendhilfeausschuss über das Thema beraten. Vor der Diskussion erhalten die Mitglieder zunächst einen Sachstandsbericht über die Aktitvitäten der Stadt beim Kitaausbau. Läuft alles wie geplant, könnten in diesem Jahr 425 neue Kindergarten-Plätze in fünf neuen Einrichtungen entstehen. Die Größte davon wird an der Arturstraße gebaut. Auf dem Gelände einer ehemaligen Brotfabrik in  Hasten plant der Träger „Stepke-Kitas“ 110 neue Plätze. In der Summe steht am Ende aber wahrscheinlich ein Zuwachs von 360 Plätzen. Die nur als Provisorium genehmigte Container-Kita am Stadtpark soll im Sommer ihren Betrieb einstellen. Auch an dieser Stelle gibt es aber bereits Neubau-Pläne.