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Remscheid: Weitere Corona-Fälle in Haus Lennep

Virus-Ausbruch in Remscheider Altenheim : Weitere Corona-Fälle in Haus Lennep

Soldaten unterstützen in Haus Lennep ab Samstag im Schichtdienst. Gesundheitsamt erlaubt Pendler-Quarantäne. Keine Fälle in Vieringhausen.

Ab Samstag bekommt das von Corona-Infektionen sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Mitarbeitern stark betroffene Alten- und Pflegeheim Haus Lennep Unterstützung durch die Bundeswehr. Sechs Soldaten kommen nach Lennep, jeweils drei werden im Schichtbetrieb die Mitarbeiter etwa bei der Verteilung von Mahlzeiten oder bei Versorgungsaufgaben unterstützen. Sie werden nicht alleine arbeiten, sondern werden immer begleitet, sagt Renate Zanjani, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der Bergischen Diakonie Aprath. In der zweiten Pflege-Einrichtung der Diakonie in Remscheid, der Stockder-Stiftung in Vieringhausen, ergab ein Testreihe keine positiven Ergebnisse.

Die Hilfe kommt zur rechten Zeit, denn die Personalsituation ist angespannt. Nach einem erneuten Reihentest des Gesundheitsamts am Donnerstag stieg die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter auf 36. Bei den Bewohnern liegt die Zahl bei 69. Eine Bewohnerin, die Vorerkrankungen hatte, ist gestorben.

Wie Sozialdezernent Thomas Neuhaus am Donnerstagabend in der Ratssitzung berichtete, hat das Gesundheitsamt in dieser besonderen Situation die sogenannte Pendler-Quarantäne ermöglicht. Mitarbeiter, die positiv getestet sind, aber keine Symptome zeigen, können das Team verstärken. Dies ist eine freiwillige Entscheidung. Neuhaus schaut mit Sorge auf die nächsten Tage, denn erfahrungsgemäß zeigen sich rund um den zehnten Tag nach der Infektion die stärksten Auswirkungen mit dem Virus.

Entdeckt wurden die Infektionen bei den mittlerweile täglich stattfindenden Schnelltests in den Heimen, die dort eigenständig durchgeführt werden. Die Test werden über die Apotheken angeliefert. Diese Vorgehensweise hat die zuvor gängige Praxis der Reihentests durch das Gesundheitsamt abgelöst. Sie basierten auf einer Verordnung des Landes und galten für alle Kommunen in NRW, die einen Inzidenz-Wert über 50 erreichten. Remscheid gehörte zu den ersten Kommunen, die im Herbst diese Schwelle überschritten, und testete mit Unterstützung von Sanitätern der Bundeswehr insgesamt dreimal alle rund 8000 Menschen in Remscheid, die in einer Einrichtung oder daheim gepflegt werden sowie alle Mitarbeiter in diesem Bereich. Als die Inzidenz-Zahlen überall stiegen, war diese aufwendige Methode schon wegen der nicht ausreichenden Test-Kapazitäten nicht mehr beizubehalten. 

„Mit den Schnelltests in den Heimen haben wir ein gutes Monitoring“, sagt Neuhaus. Nach positiven Ergebnissen erfolgen dann wie in Haus Lennep geschehen die PCR-Tests durch das Gesundheitsamt. Deren Ergebnisse wiederum sind die Grundlage für alle offiziellen Anordnungen. Im Haus Lennep gibt es als Folge des Infektionsgeschehens eine Zweiteilung. Die an Covid-19 erkrankten Bewohner werden von den nicht erkrankten getrennt, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Dazu müssen sie zum Teil ihren vertrauten Wohnbereich verlassen. Das sei für einige Menschen eine belastende Situation, sagt Renate Zanjani. Für die gesamte Einrichtung gilt ein Besuchsverbot.