1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Weiße Schneehaube für die Stadt

Winter in Remscheid : Weiße Schneehaube für die Stadt

Kräftiger Schneefall schon in der Nacht hat Remscheid am Freitag mit einer weißen Haube versehen. Bis auf einige leichte Unfälle in der Nacht passierte wenig. Die Busse kamen gut durch, berichteten die Stadtwerke. Bezirksbürgermeister Stefan Grote rechnet mit vielen Besuchern auf dem Hohenhagen – und macht sich Sorgen wegen der Pandemie.

Kräftiger Schneefall schon in der Nacht hat Remscheid am Freitag mit einer weißen Haube versehen. Bis auf einige leichte Unfälle in der Nacht passierte im Straßenverkehr wenig. „Wir sind überall gut durchgekommen“, sagte Christian Johannsen, Oberverkehrsmeister bei den Stadtwerken. Man blieb im Fahrplan.

Der Winterdienst der Technischen Betriebe (TBR) habe offenbar schon in den Startlöchern gestanden, sagte Johannsen. Denn als die ersten Busse am Morgen auf die Straßen fuhren, waren diese gut geräumt. In der Nacht hatte der technische Dienst der Stadtwerke Betriebshöfe und Anlagen präpariert. Probleme gab es nur in Bergisch Born, wo ein abgebrochener Ast eine Bussonderspur blockierte. Hier rückte die Feuerwehr an.

Einige wenige schneebedingte Unfälle in der Nacht vermeldete Polizei-Pressesprecher Stefan Weiand. Insgesamt hätte es aber nicht mehr Unfälle als an einem normalen Tag ohne Schnee gegeben. Gut zu tun hatte dagegen die Feuerwehr. Unter der Schneelast brachen Äste über Gehwegen oder Straßen, die entfernt werden mussten. Am Mittag geriet ein Löschfahrzeug auf der Straße Kleebach in Schieflage. Kollegen zogen es mit einer Seilwinde auf sicheren Untergrund.

Erfreut über die Schneepracht, aber auch ein bisschen besorgt meldete sich Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) zu Wort: „Es hat die Nacht in Remscheid stark geschneit. Am höchsten Punkt Remscheid-Hohenhagen teilweise über zehn Zentimeter. In den sozialen Netzwerken spricht man schon: Schnee und Rodeln gut am Hohenhagen.“ Er befürchtet, dass vor allem „am Wochenende der Schneetourismus einsetzt. Bitte daher Vorkehrungen wegen Corona zu treffen, damit wir dort kein zweites Winterberg erleben.“ Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) reagierte schnell. Am Mittag schrieb er: „Ich habe mit Polizei und KOD (Anmerkung der Redaktion: das ist der Kommunale Ordnungsdienst der Stadt) darüber gesprochen. Beide werden das kontrollieren, wobei niemand etwas gegen einzelne Schlittenfahrer hat. Wir müssen aber darauf achten, dass es nicht in Ansätzen zu chaotischen Verhältnissen kommt.“

Schneller als sonst erreichte Ulrich Dreesen, bei den TBR zuständig für den Winterdienst, aus seinem Wohnort Leverkusen seine Arbeitsstelle an der Nordstraße. Die Straßen waren leer und gut geräumt. Als er um 4.45 Uhr in Remscheid ankam, waren die Kollegen zum Teil schon seit Stunden auf den Beinen. Um 1 Uhr rückten die ersten beiden Fahrzeuge aus, ab 4 Uhr weitere zehn. Grundlage dieses Plans waren Vorhersagen von vier Wetterdiensten, die die TBR im Blick haben. Der Querschnitt daraus sei die Basis für die Lageplanung.

Erste Schnellfälle waren bereits für den Donnerstagabend angekündigt worden, so dass um 17 und um 21 Uhr gestreut und geräumt wurde. Bis zu einer gewissen Schneehöhe wirke das Streugut auch auf einer Schneedecke, sagte Dreesen. Umgekehrt verhindert dieses Vorgehen, dass Tauwasser geräumte Straßen glatt werden lässt. Dass auch weiterhin zu verhindern wird eine der Aufgaben der TBR-Kollegen sein, die am Wochenende im Einsatz sind. Am Samstag und am Sonntag soll es keine neuen Schneefälle mehr geben, sagt Dreesen. Aber es wird kälter – auch tagsüber.

(hr)