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Remscheid: Weihnachtsmarkt leidet unter Regenwetter

Lüttringhausen : Weihnachtsmarkt leidet unter Dauerregen

Große Lücken und weniger Besucher gab es am Sonntag auf dem Weihnachtsmarkt in Lüttringhausen. Einige Vereine sagten wegen Personalmangel ab.

Dichtes Gedränge ist man eigentlich auf dem ideellen Lüttringhauser Weihnachtsmarkt gewohnt. Doch in diesem Jahr schoben sich die Menschen nicht an den Ständen entlang, sondern bevorzugten den Weg unter den geschützten Zelten der teilnehmenden Vereine und Institutionen. Die 42. Auflage der Traditionsveranstaltung des Lüttringhauser Heimatbundes litt am Sonntag unter dem lang anhaltenden Regen.

Die Besucher kamen zwar trotzdem, aber es waren deutlich weniger. „Wir haben ja einen Regenschirm dabei“, sagte Detlef Agartz mit einem Lachen. Der gebürtige Lütterkuser wohnt inzwischen in Hückeswagen, kommt aber jedes Jahr mit seiner Frau Karin zum Weihnachtsmarkt ins Dorf. „Das ist der erste Advent und Einstimmung auf die Weihnachtszeit“, erklärte das Paar.

Es seien aber schon mal mehr Stände dabei gewesen, merkte Detlef Agartz kritisch an. Die großen Lücken auf der Gertenbachstraße waren nicht zu übersehen. Die Vereine hätten sicher Nachwuchsprobleme, vermutete Agartz. Das bestätigte Thomas Schulte, 2. Vorsitzender des Heimatbundes sowie Mitorganisator des Marktes, auch im Gespräch mit der BM. Personalprobleme hätten bei vielen Vereinen zur Absage geführt. „Wir hatten vielen kommerziellen Betreibern abgesagt, weil es ja ein ideeller Weihnachtsmarkt ist und bleiben soll. Aber für das nächste Jahr müssen wir das Konzept neu überdenken“, sagte Schulte.

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Einige Neuerungen gab es bereits diesmal. Die Bühne wurde wegen der am Vorabend erfolgten „XMAS-Party“ auf den Ludwig-Steil-Platz verlegt. Außerdem sollte der künstlerische Aspekt erstmals stärker herausgearbeitet werden. Die angekündigten Walking Acts sowie die Feuerkünstler mussten allerdings vor dem bergischen Nass kapitulieren. In den Ausstellungsräumen im City-Center präsentierten verschiedene Künstler ihre Arbeiten. Die Hobbymalerin Hannelore Hannes zeigte sich eher enttäuscht über die geringe Resonanz und die Organisation.

Birgit Engelhardt, Heike Höhmann, Sandra Stratmann, Anke Harms und Karin Hillebrand von der Waffelbäckerei des TV Grünental hingegen ließen sich die Stimmung nicht verderben. Vor ihrer Schicht stimmten sie sich mit Reibekuchen vom MGV Niegedacht ein. Die Frauen sorgten mit großen und kleinen Weihnachtsmützen für ein bisschen weihnachtliches Flair, das sonst im Regen fehlte. „Die Lüttringhauser sind schon taff. Die kommen auch, wenn es regnet“, lobte Höhmann. Nach ihrer Schicht gönnte sich die Gruppe noch leckeren Glühwein. Denn der und das ehrenamtliche Engagement machten den Lüttringhauser Weihnachtsmarkt aus, betonte Stratmann.

Die Jugendarrestanstalt (JAA) war zum vierten Mal mit Holzarbeiten vertreten. Dekorative Aufsteller in Herzform oder auch die süßen Schneemänner waren gut gefragt. Bereits im Januar wird wieder für das nächste Jahr produziert. „Wir können hier unsere Arbeit präsentieren und zeigen, was unsere Jungs können“, erklärte Frank Lenzhölzer von der JAA-Arbeitstherapie. Am Morgen sei zwar nichts los gewesen, aber im Großen und Ganzen zeigte er sich zufrieden mit dem Tagesverlauf.

„Wir haben einfach Pech mit dem Wetter“, sagte Thomas Schulte. Die Regenmengen sorgte sogar für einige kurzeitige Stromausfälle an manchen Buden.