Remscheid: Weichenstellung für die Verkehrswende

Ansichtssache in Remscheid : Weichenstellung für die Verkehrswende

Die Stadt hat ein Leitbild für eine klimafreundliche Mobilität formuliert. Auf dem Weg dahin könnte sie als Vorbild dienen und vorangehen.

Wer für die Ausübung seines Berufs auf das Auto angewiesen ist – und das sind immer noch eine ganze Menge der Werktätigen – kommt an diesem Thema irgendwann nicht vorbei: Welchen Antrieb soll mein nächstes Auto haben? Elektro? Hybrid? Oder doch noch mal ein Benziner? Man muss kein unbelehrbarer Leugner des Klimawandels sein, um beim Thema Elektromobilität nicht sofort vor Begeisterung in die Luft zu springen.

Noch sind diese Autos so teuer, dass sie für einen großen Teil der Normalverdiener nicht infrage kommen. Noch sind Fragen wie Reichweite oder Haltbarkeit der Batterien nicht abschließend zufriedenstellend beantwortet.

Dass die Stadt und die Stadtwerke in dieser Transformationsphase, in der die Ära der Verbrennungsmotoren so schnell wohl noch nicht beendet ist, die der Elektromotoren aber zumindest hierzulande noch gar nicht so richtig begonnen hat, bereits die Weichen für einen Wandel in der Mobilität stellen will, ist gleichwohl richtig.

Wenn die E-Autos mal ausgereift und für Otto-Normal-Fahrer erschwinglich sind, sollte die Infrastruktur in Remscheid auf der Höhe der Zeit sein. Noch ist es kein größeres Problem, wenn einer der wenigen Ladepunkte in Remscheid in der Tiefgarage am Rathaus den kompletten Tag von einem einzigen Auto blockiert wird (noch dazu eines aus Wuppertal). Künftig müssen auch dafür pragmatische Lösungen her.

Bei diesem Thema kommt der Kommune eine wichtige Vorbildfunktion zu. Wer die klimafreundliche Mobilität in seinem Leitbild propagiert, der muss zeigen, dass er es selber damit auch ernst meint. Die Stadtwerke, die als Stromanbieter zum Teil auch Nutznießer der erhofften Verkehrswende sein können, sind hier mit mehreren Elektro-Fahrzeugen in der Flotte ganz gut unterwegs. Bei der Stadtverwaltung allerdings ist der elektrisch angetriebene Anteil im Fuhrpark aktuell noch recht übersichtlich.

Dass die Stadt bei Nachfragen der Politik immer auf die schlechte Kassenlage verweist, ist bei diesem Zukunftsthema besonders problematisch. Wie will die öffentliche Hand den Bürger dazu motivieren, in die momentan noch deutlich teurere E-Mobilität zu investieren, wenn sie selber aus finanziellen Gründen bei den meisten Neuanschaffungen davon Abstand nimmt?

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