Remscheid: Waschbär als Einbrecher ertappt

Tierischer Einbrecher: Waschbär verwüstet Wohnung in Remscheid

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte eine Anwohnerin in der Küppelsteiner Straße einen äußerst unruhigen Schlaf. Ob sie da schon ahnte, was ihr am Sonntagmorgen blühen sollte? Beim Betreten ihrer Wohnung gegen 10 Uhr fand sie ein verwüstetes Zuhause wieder.

Die Anfangsangst, Opfer eines Einbruchs gewesen zu sein, legte sich schnell. Als "maskierter Täter" stellte sich ein Waschbär heraus.

Das katzengroße Pelztier hatte sich auf ihrer zwei Meter hohen Standuhr verschanzt. Die Remscheiderin rief sofort die Feuerwehr, die mit zwei Mann ausrückte. "Wir haben von Natur aus keinen langweiligen Job, aber das war schon ein außergewöhnlicher Einsatz", sagt Wolfgang Krömer, Einsatzleiter bei der Feuerwehr. Wie die Einsatzkräfte vermuten, war der Waschbär bereits in der Nacht durch einen Dachschaden in die Wohnung eingedrungen.

"Es kann gut sein, dass das Tier sich selbst einen Weg durch das Dach verschafft hat." In der Wohnung habe es nach Nahrung Ausschau gehalten. Als die Feuerwehrleute eingetroffen waren, öffneten sie zunächst sämtliche Türen und Fenster der Wohnung.

Nach einer Stunde konnte das Tier schließlich aus den Wohnräumen verscheucht werden. Die Bewohnerin war bis Montagmorgen noch mit den Aufräumarbeiten und dem Putzen beschäftigt. "Der Waschbär hat bei seinem Einbruch Fäkalien hinterlassen."Die Wohnung stinkt immer noch bestialisch danach", sagt Krömer. Um den Dachschaden zu beheben, suche die Anwohnerin derzeit nach einem Dachdecker. "Bis zu 100 Einsätze bestreitet die Feuerwehr jährlich, um Tiere zu retten", teilt Michael Voss, Schichtführer bei der Feuerwehr-Leitstelle Remscheid, mit. In Rohren eingeklemmte Schlangen oder flugbehinderte Vögel zählen gelegentlich dazu.

Der Waschbär-Einsatz ist ein Novum. Hinzu kommen 75 Tiertransport-Einsätze im Jahr. "In Absprache mit dem Ordnungsamt kümmern wir uns um Fundtiere oder übernehmen den Transport von Hunden ins Tierheim, wenn deren Herrchen unvorhersehbar ins Krankenhaus muss", erklärt Voss.

Diplom-Biologe Jörg Liesendahl findet den Waschbär-Einbruch nicht erstaunlich: "Er hat in der Wohnung wohl etwas Fressbares vermutet, sonst hätte er sich im Winter nicht so viel Mühe gemacht." Förster würden immer wieder Waschbären an der Wupper beobachten. Über die Population des Allesfressers im Bergischen Land könne Jörg Liesendahl allerdings keine Angaben machen. Er empfiehlt bei Fällen wie in der Küppelsteiner Straße, den Revierförster zu rufen.

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