Verkehrsplanung in Remscheid Im Südbezirk wird bald „Pionierarbeit“ geleistet

Remscheid · Auf dem am stärksten befahrenen Abschnitt der Lenneper Straße sollen im Sommer Bauminseln zwischen den Fahrbahnen entstehen. Bürgermeister Stefan Grote (SPD) ist begeistert.

 Die Lenneper Straße an der Einmündung zur Engelbertstraße.

Die Lenneper Straße an der Einmündung zur Engelbertstraße.

Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Mehr Schatten und Sauerstoff spendende Bäume dahin bringen, wo viele Menschen wohnen. Das ist eines der erklärten Ziele des neuen Chefs der Technischen Betriebe Remscheid, Axel Raue. Ein erstes Projekt, wo dieses Ziel in die praktische Umsetzung gehen soll, ist der für Mitte des Jahres geplante Umbau der Lenneper Straße. Auf dem viel befahrenen Abschnitt zwischen Johann-Vaillant-Platz und Intzestraße sollen insgesamt zwölf Bäume gepflanzt werden. Das Besondere dabei: Nicht im schmalen Fußgängerbereich zwischen Häusern und Straße werden die Bäume ihren Standort haben, sondern in grünen Mittelinseln. Neben der schon vorhandenen Grünfläche, die vom Zentralpunkt aus in die Lenneper Straße hineinragt und die für die Pläne verbreitert wird, sollen weitere Standorte im Straßenraum entstehen.

Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) spricht von einer „Pionierarbeit“. Erstmals werde in Remscheid eine Straße geplant, bei der Bauminseln die Fahrbahnen trennen. Er lobte im Gespräch die gute Zusammenarbeit zwischen den Straßenplanern und den Technischen Betrieben (TBR) im Vorfeld.

Axel Raue fügt als Faktor des Gelingens auch die Kämmerei hinzu. Denn die machte es möglich, dass die immerhin 400.000 Euro, die alleine die Begrünung dieser bislang sehr grauen Verkehrsachse kosten wird, eingeplant werden können. Weil hier eine Hauptverkehrsachse saniert und begrünt wird, können Ausbaubeiträge vom Land übernommen werden. Das neue Kommunalabgabengesetz macht es möglich.

Die Stadt schlägt an der Lenneper Straße gleich drei Fliegen mit einer Klappe. Denn eigentlicher Auslöser der Straßensanierung sind die über 100 Jahre alten Kanäle, die dort im Boden liegen. Die, so ergaben Untersuchungen, „sind einsturzgefährdet“, sagt Raue. Es besteht Handlungsbedarf. Wenn man den Kanal anfasse, sei es nur logisch, auch gleich die Straße zu sanieren. Die ist unter anderem vom Schwerlastverkehr, der hier unterwegs ist, arg in Mitleidenschaft gezogen. Als drittes Element kommen nun die Bäume hinzu.

Die erhalten mit sogenannten Rootboxen, die unterhalb der Tragschicht eingebaut werden, einen geschützten Raum, in dem das Wurzelwerk sich entfalten kann. Über Schächte werden die Bäume mit Luft und Wasser versorgt. So können sie sich gut entwickeln.

Mehr Grün gibt es hier bislang nicht. Die Mittelinsel  in der Nähe des Zentralpunkts.

Mehr Grün gibt es hier bislang nicht. Die Mittelinsel in der Nähe des Zentralpunkts.

Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Verbessern soll sich auf der neuen Lenneper Straße auch die Situation für die Fußgänger. Der vorhandene Überweg zur Engelbertstraße soll sicherer, die Querungshilfe kurz hinter der Einmündung der Greulingstraße vergrößert und barrierefrei werden. Darauf legt Stefan Grote viel Wert. Er hat zudem vorgeschlagen, dass geprüft wird, ob dem aus der Greulingstraße kommenden Verkehr künftig nur noch das Rechtsabbiegen erlaubt wird. Das mache die Kreuzungssituation sicherer, sagte er der Redaktion.

Wegen der überörtlichen Bedeutung der Lenneper Straße muss auch der Rat seine Zustimmung zu dem insgesamt 2,6 Millionen Euro teuren Projekt geben. Der tagt im April. Bald danach soll es im Südbezirk dann auch schon losgehen. „Wir haben ein enges Zeitfenster“, sagt Raue. Denn gleich im Anschluss sollen die Arbeiten an der Intzestraße beginnen, über die seit Jahren im Südbezirk intensiv beraten wurde. Die Abwicklung des Baustellenverkehrs müsse gut getaktet werden.

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