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Remscheid: Volle Busse machen Eltern Sorgen

Schülerverkehr in Remscheid : Volle Busse machen Eltern Sorgen

Die gestiegenen Corona-Fallzahlen haben dafür gesorgt, dass die Diskussion über den Schülerverkehr wieder aufflammt. Die Stadtwerke setzen morgens allerdings bereits alle Busse ein, die zur Verfügung stehen.

Mehr als sechs Wochen liegt das Ende der Sommerferien zurück. Die deutlich gestiegenen Corona-Fallzahlen in Remscheid sorgen allerdings dafür, dass die Diskussion über den Schülerverkehr wieder aufflammt. „Insbesondere angesichts der aktuellen Entwicklung macht es keinen Sinn, dass in der Schule strenge Vorschriften gelten, während im Bus alle dicht an dicht stehen“, sagt Robert Obretan. Auf die Initiative des Schulpflegschaftsvorsitzenden der Sophie-Scholl-Gesamtschule meldeten sich Ende der Woche mehrere Eltern bei der Zeitung, um auf die Situation aufmerksam zu machen.

Ihre Klagen ähneln den Ausführungen, die zu Beginn der Woche im Jugendrat zu hören waren: Zu voll seien die Busse – insbesondere zu den Stoßzeiten. Die in dem Gremium eingeworfenen Alternativen, zu Fuß, mit dem Rad oder zur Not mit dem Elterntaxi zur Schule zu kommen, überzeugen Obretan nicht. „Damit macht man sich die Sache zu einfach“, findet der Vater eines Kindes aus der Jahrgangsstufe 13.

Viele Eltern bringen ihre Kinder seiner Beobachtung nach bereits zur Schule. Doch nicht allen ist das möglich. Und das Radfahren in Remscheid sei ohnehin so eine Sache und nicht ganz ungefährlich – Fahrradstreifen auf der Neuenkamper Straße zum Trotz.

Stattdessen wünscht er sich, dass insbesondere morgens und nach Schulschluss mehr Fahrzeuge unterwegs sind. Ihm sei zwar klar, dass es kaum möglich ist, den nötigen Sicherheitsabstand im Öffentlichen Personennahverkehr einzuhalten. Aber: „Jede noch so kleine Entzerrung ist ein Gewinn. Corona ist eine sehr ernste Angelegenheit und die Kinder sollen bestmöglich geschützt werden.“

Das Problem: Die Stadtwerke setzen im morgendlichen Schülerverkehr zwischen 7 und 8 Uhr eigenen Angaben zufolge bereits alle zur Verfügung stehenden Busse ein. Mehr als 74 sind das. Hinzu kommen Fahrzeuge von Partnerunternehmen. „Wir schicken alleine zehn Busse zur Sophie-Scholl-Gesamtschule. Das ist schon ordentlich“, findet Armin Freund. Er leitet den Bereich Verkehrsmanagement.

Ginge es nach Robert Obretan läge die Zahl noch höher. Er verweist auf eine Initiative des Landes: In Zusammenarbeit mit der privaten Buswirtschaft hätten den Kommunen in NRW vom Schulstart bis zu den Herbstferien 1000 zusätzliche Busse zur Verfügung gestanden. Bis zu 13,5 Millionen Euro wollte das Land sich die Sache kosten lassen. Doch die Nachfrage war eher gering. Auch die hiesigen Stadtwerke sahen keine Notwendigkeit.

„Wir beobachten die Situation täglich und befinden uns im engen Austausch mit unseren Fahrern, Verkehrsmeistern und dem Schulamt“, erläutert Freund. Einen erheblichen Mehrbedarf an Fahrzeugen konnten die Stadtwerke dabei bisher nicht identifizieren. Natürlich gibt es immer wieder volle Fahrten, räumt er ein. Im nächsten Bus sehe die Situation dann aber wieder entspannter aus. „Man kann in unseren Augen nicht davon sprechen, dass die Fahrzeuge über Gebühr gefüllt sind“, betont Freund.

Bereits zu Beginn des Schuljahres hatten die Stadtwerke erklärt, dass das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern in ihren Fahrzeugen kaum möglich sei. Ein Solobus könne unter den Vorgaben maximal zwölf statt 70 Fahrgäste befördern. Stattdessen soll unter anderem das Einhalten der Maskenpflicht das Infektionsrisiko eindämmen.