Remscheid: Vier Varianten zur Trassenverlängerung

Politik in Remscheid : Vier Varianten zur Trassenverlängerung

BV Lennep beschäftigte sich in einer Sondersitzung mit dem Radverkehrskonzept.

Remscheid soll fahrradfreundlicher werden. 100.000 Euro jähr-lich sind dafür im Haushaltsplan vorgesehen. Über 600 Maßnahmen schlagen die Gutachter vom zuständigen Planungsbüro Planersocietät für die gesamte Stadt im Radverkehrskonzept vor. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die mögliche Verlängerung der Balkantrasse von Lennep nach Lüttringhausen.

Die Bezirksvertretung (BV) Lennep beraumte deshalb noch eine Sondersitzung an, setzte sich fast zwei Stunden mit dem Konzept auseinander. Zwar sprachen sie sich einstimmig für die Vorlage aus, richtig zufrieden waren sie allerdings noch nicht. Bezirksbürger-meister Markus Kötter (CDU) zeigte sich vor allem enttäuscht darüber, dass die möglichen Ver-bindungswege von Lennep nach Alt-Remscheid – von den Gutachtern als Route mit Priorität eins deklariert – nicht vorgestellt wurden. Er beantragte deshalb, den Beschluss, auf dem Tenter Weg sogenannte Schutzstreifen für Radfahrer aufzubringen, zu vertagen. Es mache keinen Sinn, den Beschluss zu fassen, wenn man den weiteren Verlauf nicht kenne. Baudezernent Peter Heinze betonte, dass es sich dabei um eine von vielen Maßnahmen handele. Zudem könne sie kostengünstig und zeitig für einen sicheren Radverkehr umgesetzt werden.

Auch Roland Kirchner (W.i.R.) äußerte Bedenken: „Ich habe Bauchschmerzen wegen zwölf wegfallenden Parkplätzen.“ Letztlich wurde der Beschluss mit drei Gegenstimmen der SPD vertagt. Eine Grundsatzentscheidung zur Kfz-Einschränkungen wird die BV Lennep bei anderen Maßnahmen treffen müssen. So könnten Schutzstreifen auf der Kölner Straße zulasten von Pkw-Stellplätzen aufgetragen werden.

Bei der möglichen Verlängerung der Balkantrasse könnten ebenfalls Parkplätze wegfallen: Variante eins sieht Schutzstreifen auf der Lüttringhauser Straße vor. Dagegen regte sich bereits Widerstand der Bezirksvertretung. Johannes Pickert von Planersocietät präsentierte drei weitere Varianten für die Trasse, die neben, über oder an der Kleingartensiedlung Richtung Diepmannsbacher Straße führen. Dafür müsste die Stadt Grundstücke erwerben. Die BV favorisierte die Streckenführung neben der Gartensiedlung. Diese würde das gesamte Budget benötigen, gab Peter Heinze zu bedenken. Für eine qualitativ hochwertige Fortführung müsse man aber Geld in die Hand nehmen, erwiderte Markus Kötter.

Fahrradboxen am Lenneper Bahnhof, die man über eine App nutzen kann, könnten das Radfahren attraktiver machen, sagte Pickert. Damit sei das Fahrrad sicher abgestellt. Außerdem ist die Installation einer Rampe von der Alten Kölner Straße auf die Trasse im Gespräch, die im Zuge der Brückensanierungen der Bahn umgesetzt werden könnte und rund 325.000 Euro kosten würde. Die Verwaltung halte diesen Baustein für sinnvoll, betonte Heize.

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