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Remscheid: Viele Stolpersteine für Fußgänger

Rundgang in Remscheid : Viele Stolpersteine für Fußgänger

Bei den beiden Begehungen zum Fußverkehrs-Check in Remscheid wurden viele Problemstellen identifiziert. Aus den Anregungen werden nun Maßnahmen entwickelt, die beim Abschlussworkshop im November vorgestellt werden.

Zu Fuß gehen ist gesund und schont das Klima. Doch an vielen Stellen gibt es Stolpersteine für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, fehlen Querungshilfen oder attraktive Verbindungen für Fußgänger. Im Rahmen des Projekts „Fußverkehrs-Check“ fanden in dieser Woche eine Begehung in Lennep sowie in der Remscheider Innenstadt statt, um Schwachstellen und Probleme zu identifizieren.

Dafür sollen vom Planungsbüro Via aus Köln Maßnahmen erarbeitet werden. Das Interesse an den Begehungen war hoch. Rund 30 Teilnehmer fanden sich in beiden Stadtteilen ein, berichtet Klimaschutzmanager Lukas Gregori. Das ermögliche einen breiten Blickwinkel auf das Thema. Vom Rollstuhlfahrer über Senioren mit Rollatoren, Kinderwagen sowie Kinder selbst wurden alle Fußgängergruppen in den Begehungen berücksichtigt.

In Lennep führte die Route vom Bahnhof über die Düstergasse und den Munsterplatz zum Alten Markt, die Kreuzung Mühlenstraße / Hardtstraße zurück über die Kölner Straße und Robert-Schumacher-Straße. Die Gruppe angeführt haben die beiden Rollstuhlfahrerinnen Lara Petrus und Claudia Heins. Der erste verbesserungswürdige Punkt: der Aufzug zu den Gleisen. Auch eine bessere Koordination der Fußgänger und Fahrradfahrer steht auf der Wunschliste der Teilnehmer.

Eine der größten Schwachstellen, die auch in der Innenstadt häufig zu finden ist, wurde direkt auf dem kleinen Stück vom Bahnhof zur Düstergasse deutlich: die Absenkungen der Bordsteine. Entweder sind die Winkel für Rollstuhl oder Rollator ungünstig gewählt oder sie fehlen ganz. Zusätzlich ist der Weg zu schmal, werde durch Mülltonnen zusätzlich verengt. Eine Lösung könnte eine Sammelstelle für die Tonnen sein.

In der Altstadt selbst stellt das Kopfsteinpflaster die größte Herausforderung dar. Zwar gibt es bereits an den Seiten Granitplatten, die aber oft zugestellt oder zugeparkt sind, bemängelte Kirstin Niklas von Via. Den Altstadtcharakter erhalten, den Fußgängern jedoch Erleichterung bringen, würde eine Abschleifung der Steine, erklärte Jörg Thiemann-Linden von Via.

An vielen Stellen müssen zudem die Fugen ausgebessert werden. „Die Lücken sind oft zu groß, sodass man hängen bleibt“, betonte Claudia Heins an. Dieses Problem herrscht auch an der Alten Bismarckstraße in der Innenstadt. Am Bahnhof selbst gibt es noch an markanten Stellen ein Blindenleitsystem. Das fehlt jedoch in der Altstadt. Dafür müsse ein Konzept gefunden werden, sagte Thiemann-Linden.

Kritisiert wurde zudem der Autoverkehr. Ein Zeitmodell ähnlich wie in Italien könnte Abhilfe schaffen, überlegte der Experte. Diskutiert wurde zudem der künftige Übergang vom geplanten Designer-Outlet-Center (DOC) zur Altstadt an der Mühlenstraße. Als katastrophal bezeichnete Lara Petrus, dass auf beiden Seiten halb auf dem Bürgersteig geparkt werde. Das verenge den Weg und sorge zusätzlich für eine Unübersichtlichkeit.

Die Kreuzungen aus der Altstadt raus an der Kölner Straße sowie am Kreishaus wurden von den Teilnehmern ebenfalls als wenig attraktiv beschrieben. Fehlende Querungsmöglichkeiten und direkte Verbindungen schmälern die Attraktivität. Aus den Anregungen werden nun Maßnahmen erarbeitet, die künftig auch auf andere Bereiche der Stadt angewendet werden könnten, erläuterte Lukas Gregori. Prioritär werden aber vorerst die beiden Routen in Lennep und in der Innenstadt behandelt.