Remscheid: Viele Fragen zum Einzelhandel im Süden

Remscheider Südbezirk : Viele Fragen zum Einzelhandel im Süden

Was ist im Südbezirk möglich und was nicht: Baudezernent Peter Heinze antwortet auf die Fragen der Bürger zu Einzelhandelskonzept, Aldi-Gelände und zu einem möglichen Drogeriemarkt.

Der Südbezirk ist zwar der kleinste Stadtteil Remscheids, aber oho. Das hat auch Stadtplaner Andreas Huth in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung festgestellt. Denn wenn es um den Einzelhandel in ihrem Stadtteil geht, sind die Lokalpolitiker leidenschaftlich. Auch bei einer Telefonaktion erreichten die Redaktion zahlreiche Kommentare zum Thema Einzelhandel im Südbezirk. Die Menschen, die dort leben, wünschen sich beispielsweise schon länger einen Drogeriemarkt. Wir gaben die Fragen der Bürger an den städtischen Baudezernenten Peter Heinze weiter. Er erklärt im Folgenden, was im Südbezirk möglich ist – und was nicht.

Frage 1: Warum siedelt man einen Drogeriemarkt nicht auf dem Grundstück des Aldi an der Burger Straße an? Platz ist doch da.

„Es gibt weder Planungsrecht noch ein Ansiedlungsinteresse seitens eines Drogeriemarktes“, erklärt Peter Heinze. Trotzdem habe die Wirtschaftsförderung die Fläche 2018 unter anderem auf der Münchener Immobilienmesse Expo-Real diversen Anbietern angeboten, um die Marktlage auszuloten – mit negativem Ergebnis. „Die Wirtschaftsförderung hatte hier den alten Aldi im Auge.“

Frage 2: Die Bezirksvertreter finden, das Argument „Das Einzelhandelskonzept verhindert eine Ansiedlung“ sei nicht stichhaltig. Sie sagen, man könnte doch das bestehende Einzelhandelskonzept etwas abändern. Ist das möglich?

„Richtig ist, es gibt kein Ansiedlungsinteresse“, sagt Heinze. „Derzeit befinden wir uns in der Bewertung der Einzelhandelssituation im Südbezirk, um mehr Einzelhandel in den Südbezirk zu bringen – an den Stellen, die den Bewohnern eine bessere wohnungsnahe Versorgung bringen.“ Und zwar im Einklang mit dem gültigen Einzelhandelskonzept.

Frage 3: Manche Bürger fürchten, der „Blaue Mond“ verhindert einen dm-Markt. Die Kritik: Durch den Einsatz der Akteure für das Wiederaufstellen des „Blauen Mondes“ auf dem Aldi-Gelände verscherze man sich eine Verhandlungsgrundlage mit Aldi. Was können Sie hierzu sagen?

„Die Stadt Remscheid hat ordnungsbehördlich die Wiederherstellung des Denkmals verfügt. Dies hat nichts mit der Ansiedlungsfrage zu tun. Wir vermengen keine Einzeltatbestände“, erklärt Peter Heinze.

Das Einzelhandelskonzept definiert für den Südbezirk ein klares Stadtteilzentrum, wie der Kartenausschnitt der Stadt oben zeigt. Der Einzelhandel habe eine wichtige Leitfunktion für Stadtteilzentren, erklärt Stadtplaner Andreas Huth: Das Zentrum Süd stellt nicht nur das Warenangebot sicher, sondern Magnetbetriebe sorgen auch für die nötige Kundenfrequenz – und locken weitere Geschäftsinhaber an, sich dort niederzulassen. Das Ziel des Einzelhandelskonzeptes sei es, dieses Zentrum zu stärken. Daher würde ein Drogeriemarkt auch nur dort zugelassen.

Im Gegensatz dazu steht die Nahversorgung. Bestes Beispiel ist der Hohenhagen. Der dortige Aldi-Markt sichert die alltägliche Versorgung der Menschen in diesem Bereich – es gibt dort sonst nichts. Der behutsame Ausbau des Angebots an dieser Stelle – Aldi will erweitern – ist möglich und schadet dem Zentrum nicht.

Die Stadt plant nun Folgendes: Der Standort Hohenhagen soll gesichert werden. Qualitativ neue Angebote, wie ein Drogeriemarkt, sollen vorrangig im Zentrum Süd angesiedelt werden. Und drittens sucht die Verwaltung nun einen Standort für ein Grundversorger-Angebot im Bereich Ehringhausen/Bliedinghausen.

Denn dieser ist unterversorgt. Sehen kann man dies gut bei einer Stadtrundfahrt: Ab dem Aldi-Markt an der Burger Straße kommt bis ­Wermelskirchen kein Geschäft mehr. Die Menschen, die dort leben, können sich also fußläufig nicht versorgen. Das will die Stadt nun ändern.

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