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Remscheid: Unfallprävention direkt auf der Balkantrasse​

Polizei und Verkehrswacht klären auf : Unfallprävention direkt auf der Balkantrasse

Zwei Verkehrswachten und drei Polizeibehörden waren auf der Balkantrasse in Bergisch Born präsent und gaben Radfahrern Tipps und Hilfestellungen.

Der Donnerstagvormittag ist mit gut 20 Grad schon sehr sommerlich. Da zudem die Sonne scheint, herrscht auf der Balkantrasse schon sehr viel Betrieb. Alles, was sich auf der Trasse bewegen kann, ist dort auch unterwegs – Fußgänger, Jogger, Radfahrer, Rollerfahrer oder Hundebesitzer. An diesem Vormittag stehen zwei große Pavillonzelte an der Abzweigung in Bergisch Born, an der es von Lennep kommend zum einen nach Wermelskirchen geht oder eben nach Hückeswagen. Die Zelte haben Polizei und Verkehrswacht aufgebaut. Es ist die erste von insgesamt acht Aktionen, die beide Organisationen in diesem Sommer auf der Balkantrasse geplant haben. Dabei geht es vor allem um eines: Prävention. Oder wie Michael Wenner von der Verkehrsunfallprävention der Stadt Remscheid es ausdrückt: „Wir wollen Unfälle verhindern.“

Deswegen haben sich die Mitarbeitenden von gleich drei Polizeibehörden und zwei Verkehrswachten am Donnerstagvormittag an der Kreuzung eingefunden – um aufzuklären. „Unsere Aktion hat sich im Lauf der Jahre erweitert. Beteiligt sind die Polizeibehörden von Remscheid, dem Oberbergbergischen und dem Rheinisch-Bergischen Kreis sowie der beiden Verkehrswachten aus Remscheid und dem Rheinisch-Bergischen Kreis“, sagt Wenner. Michael Brandenstein von der Verkehrswacht Remscheid ergänzt: „Wir sprechen alle Trassenbenutzer an, klären auf, führen Gespräche, stellen auch mal den Helm ein – und verteilen Bananen.“ Und schon kommt ein älterer Rennfahrer angerollt, grüßt und sagt dann lachend: „Wo gibt’s denn die Bananen?“

 Auf der Balkantrasse hatten sich die Polizisten an der Abzweigung nach Hückeswagen positioniert.
Auf der Balkantrasse hatten sich die Polizisten an der Abzweigung nach Hückeswagen positioniert. Foto: Jürgen Moll
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Bereits früher am Vormittag ist eine Radfahrer-Gruppe aus den Niederlanden vorbeigekommen, erzählt Wenner. „Die wohnen gerade in Wermelskirchen und erkunden das Bergische Land mit dem Fahrrad. Sie waren ganz überrascht, dass wir hier stehen – haben es sich erklären lassen und waren dann ganz begeistert davon“, sagt er. Aber auch Mütter mit ihren Kindern im Lastenfahrrad, Radfahrer mit einem Hund im Anhänger, Nordic-Walker und natürlich Fahrradfahrer mit den unterschiedlichsten Fahrradtypen kommen vorbei. „Wir sprechen sie alle an – und manchmal gibt es Dinge, die eben nicht jeder weiß“, sagt Wenner. Etwa, dass ein Hund nicht nur an der Leine, sondern an einer geeigneten Leine, gehalten werden muss. „Eine Flexi- oder Schleppleine ist beispielsweise nicht gut, da der Hund so jederzeit den Weg kreuzen kann“, sagt Wenner.

Dann kommt schon der nächste Radrennfahrer, Marko Feldhoff, der am Donnerstag eine durchaus große Runde vor den Reifen hat. „Ich fahre von Lindlar über Leverkusen, Köln, vielleicht zum Flughafen und wieder zurück – ungefähr 150 Kilometer bin ich dann unterwegs“, sagt er. Dabei fahre er durchschnittlich 30 Kilometer pro Stunde. „Die Trasse ist gut geeignet, auch wenn hier viel los ist. Aber es ist eben auch immer die Frage, wer mehr Pflichten hat. Und das ist der, der schneller unterwegs ist – also ich“, sagt er lächelnd. Das bestätigt Wenner. „Nur wissen viele Radrennfahrer das nicht – oder halten sich nicht dran“, sagt er. Feldhoff betont: „Ich bin sicher ambitionierter Radler, aber dennoch muss ich auf den Verkehr rund um mich herum achten.“ Nachdem auch er eine Banane bekommen hat, macht er sich wieder auf den Weg – der ja durchaus noch lange ist.

Ein weiterer Punkt, der mit dem Fahrradfahren an sich gar nicht so viel zu tun hat, wird an der Kreuzung ebenfalls behandelt. „Die Kollegen informieren die Radfahrerinnen und Radfahrer darüber, wie sie ihr teilweise mehrere Tausend Euro teures E-Bike richtig sichern“, sagt Wenner. Natürlich ist klar, dass ein Schloss vorhanden sein sollte – ein möglichst robustes obendrein. „Was man aber auf keinen Fall machen sollte, ist, das Fahrrad dann so abzustellen, dass das Schloss auf dem Boden liegt. Denn dann ist der Dieb mit dem Seitenschneider sehr schnell mit seiner Arbeit fertig“, sagt er. Außerdem würden auch elektronische Sicherungen gut funktionieren – damit ist eine Alarmanlage gemeint – oder auch ein im Fahrrad eingebauter GPS-Tracker. „Wenn man sich überlegt, wie teuer ein solches E-Bike ist, sollte man bei der Sicherung nicht sparen“, betont Wenner.